Hätte gerne Panini-Tennis-Sticker gesammelt: Ethna-Manager Harald Berres. | © Ethenea

22 Fragen an Harald Berres

„James-Bond-Filme – ein zeitloser Klassiker“

  1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

Ich bin in einem beschaulichen, schönen Dorf direkt an der Mosel mit weniger als 1.000 Einwohnern aufgewachsen und habe als Jugendlicher Anfang der 90er Jahre Zeitungen ausgetragen. Da hatte ich mir schnell einen treuen Kundestamm aufgebaut und somit recht früh eigenes Geld verdient. Ein weiteres, prägendes Ereignis war ein Sparbrief mit einer Laufzeit von einem Jahr und 5 Prozent Zinsen – das war 1994. Dort habe ich meine ersten Gehälter als Auszubildender investiert

  1. Wären Sie nicht Fondsmanager geworden, wären Sie heute …

… Polizist oder Lehrer. Diese beiden Laufbahnen hätten mich ebenfalls interessiert. Meine Eltern sahen mich eher in einem technischen Beruf, jedoch war meine erste Bewerbung im Bankwesen direkt ein Erfolg – somit wurde ich Bankkaufmann. Man kann sagen, ich habe meinen Kopf durchgesetzt

  1. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Da kann ich mich gar nicht für ein einziges Vorbild entscheiden. Für meine Laufbahn in der Finanzbranche waren die Branchengrößen André Kostolany, Warren Buffett und Peter Lynch sehr prägend

  1. Welche andere Persönlichkeit imponiert Ihnen?

Als Kind beeindruckten mich Boris Becker, Steffi Graf und Andre Agassi. Sie brachten mich letzten Endes auch vom Tischtennis auf den Tennisplatz. Meinen Eltern war der Wechsel nicht recht, aber ich habe mich auch hier durchgesetzt. Das heutige Niveau im Herren-Tennis ist unglaublich, somit gehören Rafael Nadal, Novak Djokovic oder Roger Federer zu den Personen, die mich heute außerhalb der Finanzwelt am meisten beeindrucken

  1. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

Der Börse einen Schritt voraus“ von Peter Lynch

  1. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Das Leben ist ein ständiges Lernen und im Laufe einer Karriere kann es immer Phasen geben, in denen die Konkurrenz besser ist. In diesen Zeiten, wie aber auch in Zeiten, in denen man das Feld anführt, ist es wichtig, sich selbst und die eigenen Strategien zu hinterfragen und sich immer auch selbst aufs Neue zu fordern. Ich motiviere mich in solchen Phasen durch meinen Sport. Neben dem Tennis laufe ich auch regelmäßig. Dadurch bekomme ich den Kopf frei und habe wieder einen klaren Blick

  1. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Die größte Belohnung für mich als Fondsmanager ist es, wenn die Kunden zufrieden sind und ihre Mandate aufstocken. Wenn dann noch darüber hinaus das Interesse steigt und man positives Feedback erhält, dann ist das ein tolles Gefühl – und Motivation zugleich!

  1. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

Bei einem meiner ehemaligen Arbeitgeber wurde ich in der Kategorie „Deutsche Nebenwerte“ mit dem ersten Platz bei Morningstar ausgezeichnet

  1. Welchem verpassten Investment trauern Sie noch heute nach?

Privat habe ich 2016 Wirecard bei einem Kurs von unter 40 Euro gekauft, aber zu früh wieder verkauft

  1. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

Über mein Auto. Ich fahre gerne schnelle Autos, konnte aber eine Zeit lang nur 80 km/h fahren. Selbst nach 4-wöchiger Inspektion konnten die KFZ-Mechaniker zunächst nicht herausfinden, was das Problem war. Letzten Endes lag es nur an der Benzinpumpe. Diese wurde ausgetauscht, so dass ich jetzt wieder schneller im Büro bin

  1. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

Dem ein oder anderen (deutschen) Politiker. Namen möchte ich aber keine nennen

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