26 Fonds im Crashtest Die besten Aktienfonds für Technologie-Aktien

Megatrend Künstliche Intelligenz: Der humanoide Roboter „Pepper“ kann sprechen, gestikulieren und auf Bewegungen reagieren. | © Getty Images

Megatrend Künstliche Intelligenz: Der humanoide Roboter „Pepper“ kann sprechen, gestikulieren und auf Bewegungen reagieren. Foto: Getty Images

Die Börse reagiert mit Vorlauf? Das mag eine Erfahrung sein, die häufig zutrifft. Aber längst nicht immer. Aktuelles Beispiel: Facebook. Als im Frühjahr 2018 erste Meldungen die Runde machen, der US-Konzern habe unautorisiert die privaten Daten von mehr als 50 Millionen Nutzern weitergegeben, kippt die Facebook-Aktie zwar kurz nach unten weg. Dann jedoch steigt sie bis Mitte Juli ungerührt weiter auf ein neues Allzeithoch. Erst danach folgt ein massiver Einbruch, zeitweise um mehr als 40 Prozent.

Die Furcht vor einer stärkeren Regulierung infolge des Facebook-Skandals ist eines jener Themen, die Social-Media-Aktien und letztlich die gesamte Technologie-Branche im zweiten Halbjahr 2018 belastet haben. Jedoch beileibe nicht das einzige. „Hinzu kamen Sorgen um das globale Wachstum und den weltweiten Handel sowie die Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank“, sagt Hyun Ho Sohn. Der Manager des Fidelity Global Technology konnte dem Facebook-Absturz relativ gelassen zusehen, er stand bei dem in Verruf geratenen Konzern lange Zeit nur an der Seitenlinie. Bis ihn die parallel mit den Kursen gesunkenen Bewertungen schließlich gegen Jahresende doch zurücklockten. Sohn: „Die Eigenschaften von Facebook sind einzigartig, und es gibt keine wirklichen Alternativen für Werbetreibende. Auf dem aktuellen Niveau ist die Aktie deshalb für mich ein Kauf.“

Trotz seiner zwischenzeitlichen Facebook-Abstinenz hat die schlechte Stimmung im Sektor den Fidelity Global Technology natürlich nicht ungeschoren gelassen: Zwischen Oktober und Dezember 2018 sackte der Anteilspreis zeitweise um bis zu 15 Prozent ab. Das ist jedoch nur ein Bruchteil dessen, was Anleger mit dem Fonds im vorangegangenen Aufschwung verdienen konnten. Auf Sicht der vergangenen fünf Jahre (Stichtag 14. Dezember 2018) beträgt der Wertzuwachs 163,73 Prozent – deutlich mehr als beim Durchschnitt der Vergleichsgruppe. Auch bei den Stresstest- und Aktivitäts-Kennzahlen sammelte der Fidelity Global Technology im jüngsten Crashtest fleißig Punkte, so dass er in der Endabrechnung mit insgesamt 61 Punkten Platz 1 belegt (siehe Tabelle).

Rang Fonds Punkte gesamt Pkt. Perfor-mance Pkt. Stress-test Pkt. Aktives Mgmt. Vol. in Mio. Euro ISIN
1 Fidelity Global Technology 61 27 13 21 3321 LU0099574567
2 Polar Capital Global Technology 59 31 8 20 2560 IE0030772382
3 Franklin Technology 55 31 7 17 2350 LU0109392836
4 Lyxor MSCI World Information Technology 51 17 17 17 141 LU0533033667
5 DNB Fund Technology 49 19 15 15 523 LU0302296495
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Wie die meisten Fidelity-Fondsmanager wählt Sohn die Bausteine für sein Portfolio ausschließlich nach unternehmensspezifischen Kriterien aus. Dabei setzt er stärker als viele Konkurrenten auf im Vergleichsindex MSCI Information Technology nicht vertretene Nebenwerte – was im genannten Zeitraum nicht nur die Performance beflügelt hat, sondern auch die hohe Punktzahl im Testbereich Aktives Management erklärt. Unterstützung bei der Auswahl erhält er von insgesamt 18 Analysten mit Dienstsitz London, Hongkong und Tokio.

Hyun Ho Sohn, Fidelity

In den Wochen des Abschwungs hat Sohn nicht nur Facebook zurück ins Portfolio geholt, sondern auch seine Bestände bei chinesischen Internetfirmen wie dem Suchmaschinen-Betreiber Baidu aufgestockt und überdies eine Position in Tesla aufgebaut. „Das Unternehmen hat viele Zweifler, aber es verfügt über eine branchenführende Technologie und kann ein profitables, nachhaltiges Unternehmen sein“, führt er aus. Nach wie vor überzeugt ist Sohn zudem von seiner größten Einzel-Position, der Google-Mutter Alphabet, während er Apple eher untergewichtet: „Das Unternehmen hat keine echten Innovationen angekündigt. Zudem ist Apple eine jener Technologie-Firmen, die angesichts ihrer Lieferketten am stärksten vom eskalierenden Handelskrieg zwischen den USA und China betroffen sind.“ Auch Microsoft bleibt – hauptsächlich aus Bewertungsgründen – bis auf weiteres untergewichtet.