Rentenfonds Anleihen haben sich zur Portfolio-Optimierung bewährt

Michael Krautzberger, Leiter des europäischen Anleiheteams beim US-Vermögensverwalter Blackrock. | © Blackrock

Michael Krautzberger, Leiter des europäischen Anleiheteams beim US-Vermögensverwalter Blackrock. Foto: Blackrock

Traditionell gelten Anleihen als gute Möglichkeit, um Aktienrisiken abzupuffern und damit Portfolios robuster aufzustellen. Denn historisch betrachtet entwickelt sich der Anleihemarkt tendenziell positiv, wenn der Aktienmarkt unter Druck gerät. In diesem Jahr ist dieses Muster bislang nicht so eindeutig erkennbar.

Auch in den vergangenen fünf Jahren haben Aktien- und Anleihemarkt wiederholt gleichzeitig nachgegeben, zum Beispiel als die US-Notenbank Fed 2013 Hinweise auf ein Ende ihrer ultralockeren Geldpolitik gab (Taper Tantrum) oder als die Kurse deutscher Bundesanleihen 2015 binnen kurzer Zeit deutlich nachgaben. Daher kommt unter Anlegern vermehrt die Frage auf, inwiefern Anleihen ihrer Rolle als Instrument zur Risikostreuung im Portfolio überhaupt noch gerecht werden.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Aktien und Anleihen selten gleichzeitig unter Druck geraten. So verbuchte der US-Aktienmarkt von 1929 bis heute 24 Jahre mit negativen Renditen. Von diesen 24 mageren Aktienjahren haben Anleihen in 21 Fällen positive Renditen erwirtschaftet. In den übrigen Jahren herrschten teilweise Sondersituationen wie der Zusammenbruch der österreichischen Bank Credit-Anstalt und die Abschaffung des Goldstandards in Großbritannien 1931 oder der Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg 1941.

Positiver Beitrag zum Gesamtportfolio

Die gegenläufige Entwicklung von Aktien und Anleihen funktionierte der Historie zufolge dann, wenn übliche Wachstumssorgen den Markt prägten. Sie funktionierte nicht oder nur eingeschränkt, wenn die Fed versuchte, eine hohe Inflation zu bekämpfen. Insofern haben sich Anleihen als Puffer gegen Wachstumsrisiken bewährt, jedoch nicht unbedingt als Puffer gegen Inflationsschocks.

Momentan ist der Inflationsdruck relativ gering, wie zum Beispiel unser Blackrock Inflation GPS auf Basis von ökonomischen Daten und Big-Data-Analysen zeigt. Damit besteht in dieser Hinsicht kein akutes Schockpotenzial. Megatrends wie technologische Innovationen, Globalisierung und demografischer Wandel dürften die Inflation auch langfristig begrenzen.

Damit sollten Anleihen einen positiven Beitrag zum Gesamtportfolio leisten. Um diese Wirkung zu optimieren, sind aktiv gemanagte Anleihestrategien sinnvoll: Sie können zum Beispiel bei drohenden Wachstumsschocks die Duration erhöhen oder sie bei anziehender Inflation herunterfahren.