In der Grafik gezeigt Bei welchen Unternehmen zuletzt die Dividenden stiegen

Die Corona-Pandemie hat vielen Unternehmen weltweit das Geschäft verhagelt. Daher fielen die zuletzt ausgezahlten Dividenden in einigen Wirtschaftszweigen auch weniger üppig als zuvor aus. Allerdings betraf die Krise bekanntermaßen nicht alle Branchen gleichermaßen. Unternehmen aus bestimmten Geschäftsfeldern verzeichneten sogar hohe Zuwächse – die sich auch in den Dividenden bemerkbar machen.

Fondsmanager Sven Lehmann vom Multi-Family-Office HQ Trust hat sich angesehen, in welchen der 23 Branchen des globalen Index MSCI ACWI Investoren sich über besonders stabile Ausschüttungen freuen konnten. Darüber hinaus hat er untersucht, wie sich die Dividenden über einen längeren Zeitraum entwickelten und welche maximalen Einbrüche es dabei gab. Analysiert hat Lehmann die etwas mehr als 25 Jahre von Dezember 1995 bis heute.

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Quelle: Refinitiv/HQ Trust

Demnach legten die Dividenden des MSCI ACWI über alle Branchen gesehen im Schnitt um 4,3 Prozent pro Jahr zu – in der Grafik auf der X-Achse abzulesen. In den vergangenen zwölf Monaten – geprägt durch Corona – kürzten die Unternehmen ihre Ausschüttungen allerdings um durchschnittlich 13 Prozent (Y-Achse). Über den gesamten Zeitraum blieben die Dividenden bei 92 Prozent der Unternehmen stabil.

Betrachtet man konkret die vergangenen zwölf Monate, so ist der klare Gewinner nach Dividendenwachstum der Lebensmittel- und Basisartikel-Einzelhandel. Den größten Einbruch verzeichneten die sogenannten Verbraucherdienste. Zu dem Sektor gehören etwa die Schnellrestaurant-Kette MC Donald’s und die Hotel-Unternehmen Marriott und Hilton. Nur sieben von 23 Industrien haben angesichts von Corona ihre Dividenden erhöht. Sie liegen in der Grafik oberhalb der Null-Linie.

Langfristig gesehen beobachtete Lehmann den höchsten jährlichen Dividenden-Zuwachs bei Software-Konzernen. Hier können sich Aktionäre auch über besonders stabile Ausschüttungen freuen: Seit 1995 erhöhten die Software-Schmieden ihre Ausschüttungen jährlich um durchschnittlich 17 Prozent – allerdings von einem sehr niedrigen Anfangsniveau aus, wie Lehmann einräumt.

Den stärksten Einbruch bei Dividendenzahlungen über die Jahre gesehen – ablesbar an der Blasengröße – gab es bei den „diversifizierten Finanzdiensten“. Diese kamen vor allem während der Finanzkrise 2008 unter die Räder. Als Beispiele nennt Lehmann die Unternehmen Blackstone, American Express und Charles Schwab. In diesem Segment erwiesen sich auch die Ausschüttungen über die Jahre gesehen als besonders instabil.

Das geringste Dividendenwachstum seit 1995 sahen Medienunternehmen. Ihr mittleres Dividenden-Plus lag bei nicht einmal einem Prozent pro Jahr.

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