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Wirecard-Chef Markus Braun: Der Zahlungsdienstleister steht nach Berichten der Financial Times unter Druck. | © Getty Images

Das Auf und Ab im Überblick

Wie Medienberichte die Wirecard-Aktie durchschütteln

Mit der Berichterstattung über das Dubai-Geschäft beginnt ein neues Kapitel im Streit zwischen Wirecard und der Financial Times (FT). Die britische Zeitung veröffentlichte seit Jahresbeginn immer wieder neue Vorwürfe gegen den Konzern.

Der erste Artikel der Financial Times erscheint am 30. Januar. In dem Bericht schreibt die Zeitung über Unregelmäßigkeiten im Singapur-Geschäft von Wirecard. Der Vorwurf: Ein Manager soll Verträge gefälscht und Umsätze vorgegaukelt haben. Der Aktienkurs bricht danach zwischenzeitlich um mehr als ein Fünftel ein. Nur einen Tag später legt die Zeitung mit weiteren Details nach, am 7. Februar erscheint der nächste Bericht.

Am 8. Februar durchsucht die Polizei in Singapur die Geschäftsräume von Wirecard. Statements des Zahlungsdienstleisters sorgen zwischendurch für einen leichten Anstieg der Kurse, etwa am 4. Februar.

Bafin greift zu drastischem Mittel

Mitte Februar greift dann die Finanzaufsicht ein: Die Bafin verhängt für zwei Monate ein Verbot neuer Leerverkäufe in Wirecard-Aktien. Damit sollen Spekulationen auf fallende Aktienkurse untersagt werden. Gleichzeitig wird bekannt, dass die Staatsanwaltschaft München mögliche Marktmanipulationen untersucht. Die Bafin leitet laut Medienberichten Ermittlungen gegen etwa ein Dutzende Personen ein, darunter auch die FT-Journalisten.

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Einen weiteren Medienbericht gibt es Mitte März. Dieses Mal berichtete das Handelsblatt darüber, dass auch das Indien-Geschäft von Wirecard ins Visier der Ermittler geraten sei. Am 21. März legt die Financial Times nach. Dem Bericht zufolge sollen Führungskräfte von betrügerischen Transaktionen in Singapur gewusst haben.

Wenige Tage später, am 26. März, geht Wirecard in die Offensive: Das Unternehmen macht einige Ergebnisse des Prüfberichts der Rechtsanwaltskanzlei Rajah & Tann öffentlich. Die Kanzlei habe „keine wesentlichen Auswirkungen“ auf die Konzernabschlüsse festgestellt, heißt es. Für den Aktienkurs geht es daraufhin nach oben – wenn auch nur für kurze Zeit. Zwei Tage später reicht Wirecard Klage gegen die Financial Times ein und forderte Schadenersatz. Die Zeitung geht kurz darauf, am 29. März, mit einem weitere Bericht an die Öffentlichkeit. Die FT schreibt, bei der Überprüfung von Wirecard-Partnerfirmen in Asien auf Ungereimtheiten gestoßen zu sein. Der Zahlungsdienstleister dementiert erneut.

Untersuchung soll „alle weiteren Spekulationen endgültig beenden“

Nachdem es einige Monate ruhiger um Wirecard wird, veröffentlicht die FT Mitte Oktober neue Betrugsvorwürfe gegen das Unternehmen. Der Aktienkurs stürzt daraufhin um bis zu 23 Prozent ein. Eine kurzfristige Erholung zeichnet sich nun zu Wochenbeginn ab. Am Montag teilt der Zahlungsdienstleister mit, eine externe Prüfung einzuleiten. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG werde direkt beginnen, „alle Vorwürfe umfassend und unabhängig aufzuklären“, heißt es in einer Veröffentlichung von Wirecard. Regulär prüft EY die Bilanzen des Zahlungsdienstleisters.

Das Unternehmen erhofft sich nicht weniger als einen Befreiungsschlag: „Wir gehen davon aus, dass die erneute unabhängige Prüfung dazu führt, alle weiteren Spekulationen endgültig zu beenden“, so der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Wulf Matthias.

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