Leere Straßen während des Lockdowns in Neapel Foto: imago images/Pacific Press Agency

238 Fonds im Crashtest

Die besten globalen defensiven Mischfonds

Ausgerechnet Italien hat den DWS Concept DJE Alpha Renten Global gut durch das Jahr 2020 gebracht. Und zwar so gut, dass der Fonds mit einer Spitzenwertung von 73 Gesamtpunkten den Crashtest der Kategorie „globale defensive Mischfonds“ gewinnt. Bei 10,9 Prozent liegt die Fünf-Jahres-Performance, der maximale Verlust im selben Zeitraum trotz des Einbruchs im Frühjahr bei 7,1 Prozent. Eine Volatilität unter 5 Prozent – beim Crashtest in Vor-Corona-Zeiten noch durchaus häufig unter den defensiven Mischfonds – erreichten dieses Mal nur drei der insgesamt 238 Fonds im Test (Stichtag der Auswertung: 30. Oktober 2020).

Neben italienischen Staatsanleihen setzte der verantwortliche  Fondsmanager des DWS Concept DJE Alpha Renten Global, Jens Ehrhardt, 2020 auf der Rentenseite vor allem auf US-Staatsanleihen. Noch immer belegen Staatspapiere beider Länder sechs der zehn Top-Positionen des Fonds. „Weiter optimistisch sind wir für italienische Staatsanleihen“, so Ehrhardt. Den Staatspapieren mischt der erfahrene Fondslenker  europäische und amerikanische Industrieanleihen „mit guter Verzinsung und nicht zu schlechter Bonität“ bei.

Rang Fondsname ISIN Punkte Gesamt Punkte Performance Punkte Stresstest Punkte Aktives Management Fondsvolumen in Mio EUR
1 DWS Concept DJE Alpha Renten Global LU0087412390 73 24 27 22 650
2 BL-Global 30 LU0048292394 68 21 30 17 170
3 Ethik Mix (Kepler) AT0000A19288 67 27 20 20 343
4 Access Capital Preservation Fund (EUR) LU0541676879 65 26 22 17 1366
5 Main First Absolute Return Multi Asset LU0864714000 64 21 13 30 124

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Damit ist Ehrhardt im vergangenen Jahr gut gefahren. Auf einer weiteren Top-Position befindet sich die Anleihe einer Goldmine, gekauft, „als die Goldpreisentwicklung allgemein noch sehr negativ eingeschätzt wurde“. Minen-Unternehmen hat der Fondsmanager generell auf dem Kaufradar. Konjunkturbelebung und ein schwächerer US-Dollar könnten die Metallpreise steigen lassen, so die Einschätzung. „Die Aktien sind häufig billig und renditestark“, sagt Ehrhardt.

Tatsächlich lässt es der Fondsname zunächst nicht vermuten, aber bis zu 20 Prozent des Portfolios werden in Aktien investiert. Mit einem 80-prozentigen Rentenanteil werde der Fonds seinem Namen dennoch gerecht, begründet Jens Ehrhardt. „Der Renditehebel liegt im aktuellen Zinsumfeld aber auf der Aktienseite.“ Mit Energiekonzern Eon und Hardware-Produzent Samsung SDI gehören zwei Aktien zu den zehn Lieblingen des Fondsmanagers.

Während die Aktienquote zu Beginn des vergangenen Jahres sehr niedrig war, hat Ehrhardt sie vor den US-Wahlen wieder nah an die Höchstgrenze heraufgefahren. Für 2021 sieht er Aktien nachhaltiger Unternehmen im Vorteil. Und: „Generell setzen wir mehr auf Asien als die USA.“ Vor einem Comeback könnte nun endlich der Value-Ansatz stehen, meint der Fondsmanager. Er zeichnet ein optimistisches Szenario, das aber unter Vorbehalt steigender Inflation stehe.

Pessimistisch gibt sich dagegen die Fondsgesellschaft Banque de Luxembourg Investments, die den zweitplatzierten Fonds im Crashtest stellt. Fondsmanager Joël Reuland leitet seine Investmentstrategie für den BL-Global 30 aus einer wenig erfreulichen Analyse ab: Die Zentralbanken hätten die Kräfte der freien Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt, Zinsen blieben dauerhaft bei null, unrentable Investitionen würden nicht mehr aus dem Markt gedrängt, das Wirtschaftswachstum sei strukturell schwach, soziale Ungleichgewicht und Spannungen nähmen zu.

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