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in GlobalLesedauer: 4 Minuten

Die Märkte in der Corona-Krise Ende Mai könnte der Tiefpunkt erreicht sein

Japans Finanzminister Taro Aso, EZB-Chefin Christine Lagarde und Fed-Chef Jerome Powell (v.l.): Regierungen und Zentralbanken wollen dafür sorgen, dass kleine und mittelständische Unternehmen weiterhin Zugang zu Bankkrediten haben.
Japans Finanzminister Taro Aso, EZB-Chefin Christine Lagarde und Fed-Chef Jerome Powell (v.l.): Regierungen und Zentralbanken wollen dafür sorgen, dass kleine und mittelständische Unternehmen weiterhin Zugang zu Bankkrediten haben. | Foto: imago images / ZUMA Press

Die Aktienkurse sind seit dem Ausbruch des Coronavirus stärker gefallen als in den dunkelsten Stunden der Finanzkrise im Oktober 2008. Die US-Aktienmärkte sind damit so schnell wie noch nie in einen Bärenmarkt abgestürzt.

Auswirkungen der Coronakrise

Erstens ist die weltweite Ausbreitung des Virus nicht mehr aufzuhalten. Zweitens kann die Pandemie das wirtschaftliche Leben weitgehend lahmlegen. Drittens hat die Entwicklung in China und Süd-Korea gezeigt, dass es möglich ist, die Ausbreitung der Krankheit stark zu verlangsamen, bis eine effektive Behandlung möglich ist.

Die Kurse der Aktienmärkte sind um 25 bis 40 Prozent gefallen, gleichzeitig verstärkt der Machtkampf der Erdölkartelle Russland und Saudi-Arabien die aktuellen Verwerfungen auf den globalen Finanzmärkten. Keine dieser beiden Entwicklungen wurde vorhergesehen – weshalb Bemühungen, die Volatilität der Portfolios einzudämmen, für Anleger zu spät kam. Hinzu kommen erhebliche Einbrüche an den Anleihemärkten.

Wie schlimm steht es wirklich um die Wirtschaft?

Es dürfte eine Rezession in Europa und den USA eintreten, von der wir heute weder wissen, wie lange sie dauern, noch wie tief sie sein wird. Entsprechend machen sich Angst und Spekulation breit.

Beim Worst Case-Szenario kommt das öffentliche Leben zum Erliegen – wobei in erster Linie kleine und mittelständische Unternehmen betroffen wären. Erwähnenswert: Nicht alle Wirtschaftszweige sind gleichermaßen gefährdet. Die Tourismus- und Gastronomiebranche, Automobilindustrie, Luftfahrt, Ölindustrie, Banken und das produzierende Gewerbe wären am stärksten betroffen. Digitale Dienstleister wie die Software-Industrie werden weniger in Mitleidenschaft gezogen, ebenso das Gesundheitswesen.

Grund zum Optimismus

Einiges spricht allerdings dafür, dass es nicht zu einem Worst Case-Szenario kommen wird: Zum einen werden Regierungen und Zentralbanken dafür sorgen, dass kleine und mittelständische Unternehmen weiterhin Zugang zu Bankkrediten erhalten. Es wird staatliche Programme zur Überbrückung der kommenden Monate geben, zum Beispiel Kurzarbeitergeld. Die Zentralbanken werden durch Eingriffe in die Regulierung dafür sorgen, dass die zur Verfügung gestellte Liquidität auch bei den Unternehmen ankommt.

Zum anderen hat die Erfahrung in China gezeigt, dass es möglich ist, das Virus einzudämmen und die Fabriken und Büros nach zwei Monaten wieder hochzufahren. Auch diese Krise wird vorbeigehen.

Durchschnittlich erreichen Rezessionen nach drei Monaten ihren Tiefpunkt. Wenn die Rezession Ende Februar begonnen hat, wäre Ende Mai der Tiefpunkt erreicht. Die Aktienkurse erholen sich in der Regel deutlich vor diesem Zeitpunkt.

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