Einige Favoriten reduziert, neue Positionen im Biotech-Sektor Fonds-Klassiker im Check-Up: DWS Akkumula

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2. Die aktuelle Positionierung

Der DWS Akkumula konzentriert sich auf Standardwerte, wobei Industrieländer im Vordergrund stehen. Unternehmen aus den Schwellenländern nutzt er nur gelegentlich zur Beimischung. Das Portfolio ist vergleichsweise breit gestreut und besteht meist aus 150 bis 200 Positionen, aktuell sind es 192 Aktien.

Köttner ist meist voll investiert und hält kaum Cash. Währungen sichert er nicht ab, denn in diesem Markt traut er sich keine dauerhaft treffsicheren Prognosen zu. Regional orientiert er sich grob an den Gewichtungen des MSCI World. So dominieren das Portfolio generell Unternehmen aus den USA mit knapp 60 Prozent. Japan (10 Prozent), die Schweiz (6 Prozent), Deutschland (4 Prozent) und Großbritannien (3 Prozent) folgen mit großem Abstand. Neben Alphabet gehören Nestlé, Priceline.com, United Technologies und der Kreditkartenanbieter Visa zu seinen Favoriten.

Die Kursrally der vergangenen Monate hat Köttner dazu genutzt, Technologie- und Rohstoffunternehmen leicht zu reduzieren. Im Gegenzug hat er Gesundheitsunternehmen, vor allem aus dem Biotech-Segment neu aufgenommen, da hier die Bewertungen seinen Worten zufolge oftmals wieder günstig sind. Auf Branchenebene dominiert neben der Informationstechnologie und dem Gesundheitswesen der Finanzsektor.

 

 3. Drei Fragen an André Köttner

DER FONDS: Sie suchen als Stockpicker nach Unternehmen mit nachhaltig guten Geschäftsmodellen. Welche gefallen Ihnen derzeit besonders gut?

André Köttner: „Uns gefallen grundsätzlich viele Geschäftsmodelle. Welche uns besonders gut gefallen kann man an den Titeln ablesen, die im Akkumula am höchsten gewichtet sind. Neben einem guten Geschäftsmodell müssen aber auch die Faktoren Management, Wachstum, Bewertung und Bilanzierung stimmen. Nur dann qualifiziert sich ein Unternehmen mit einem attraktiven Geschäftsmodell auch für den Fonds. Manchmal ist ein gutes Geschäftsmodell einfach zu teuer.

Was erwarten sie von den Märkten in den nächsten Monaten und wie ist der Akkumula aktuell ausgerichtet?

Wie schwierig es ist, die Märkte auf Sicht einiger Monate prognostizieren zu wollen, hat die US-Wahl gezeigt. Wer hätte gedacht, dass Trump gewinnt und wer hat daraus anschließend auch noch die richtigen Schlüsse gezogen? Deshalb möchte ich hier keine Einschätzung abgeben. Wir verlassen uns lieber auf unsere Kompetenz in der fundamentalen Unternehmensanalyse und die auf lange Sicht richtige Auswahl der Unternehmen.

Die ETF-Branche boomt. Warum sollten Anleger dennoch aktiv gemanagte Aktienfonds nicht aus den Augen verlieren?

Schauen Sie sich die globale Sektor-Performance der vergangenen fünf Jahre an. Mit Informationstechnologie konnten Sie Ihren Einsatz verdoppeln, mit Energie haben Sie nichts verdient. Innerhalb der Sektoren gibt es wiederum eine enorme Streubreite. Microsoft hat sich viel besser entwickelt als IBM. Beide Unternehmen sind hoch im Index gewichtet. Oder bei den Finanzwerten. Die amerikanischen Investmentbanken stehen wieder auf Rekordniveaus, während ihre europäischen Pendants in den vergangenen fünf Jahren kaum vom Fleck gekommen sind. Viele Unternehmen, die sich toll entwickelt haben, kamen erst in den Index, als ihr Wachstum schon wieder abnahm. Es ist doch häufig besser, man investiert in eine Aktie, bevor sie in den Index kommt. Wenn der Ölpreis so niedrig ist, dass die Unternehmen damit kein Geld verdienen können, sollte man dort nicht allein deswegen investieren, weil das Unternehmen aufgrund seiner Reserven und Vergangenheit hoch im Index gewichtet ist. Wenn wir das tun würden, hätten wir viele attraktive Unternehmen überhaupt nicht gekauft oder viel zu spät in den Fonds aufgenommen.

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