Europäische Immobilien: Anleger haben Risiken nicht im Blick

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Sicherer Hafen Schweiz

Auf nationaler Ebene hat sich die Schweiz für Immobilieninvestoren seit Beginn der Finanzkrise als der sichere Hafen schlechthin erwiesen. Die Kapitalwerte lagen in den meisten europäischen Ländern Ende 2010 rund 10 bis 30 Prozent unter den vor der Krise erreichten Höchstständen.

Doch die Kapitalwerte in der Schweiz  legten zwischen 2008 bis 2010 kontinuierlich um rund ein Prozent pro Jahr zu und schienen gegen die Krise immun zu sein.

Rechnet man die erhebliche Aufwertung des Schweizer Franken ein, erzielten Anleger aus der Eurozone, die in Schweizer Immobilien investiert haben, von Ende 2007 bis Ende 2010 eine Kapitalwertsteigerung von 37 Prozent (Quelle: Investment Property Databank).

Gleiches gilt für den Schweizer Immobilienindex, der in den vergangenen zehn Jahren nur eine Richtung kannte – aufwärts. Die hohe Nachfrage nach erstklassigen Immobilien hat dazu beigetragen, dass die Renditen einiger Schweizer Büroobjekte ihr Allzeittief erreicht haben.

Anleger zahlen derzeit rund das 30-fache der aktuellen Erträge für das Privileg, in dieser Anlageklasse investiert zu sein. Dies stellt auch im Vergleich zu anderen europäischen Märkten einen historischen Tiefpunkt dar.

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Während in den meisten europäischen Städten kaum noch neue Büroflächen gebaut werden, hat die erhöhte Nachfrage zu mehr Neubauprojekten zum Beispiel in Zürich und Basel geführt. Gleichzeitig haben viele Unternehmen aufgrund des Konjunkturrückgangs Arbeitsplätze abgebaut und ihre Expansionspläne vorerst auf Eis gelegt.

Daher könnte man argumentieren, dass die Schweiz mitnichten der risikoärmste Markt in Europa ist, sondern angesichts der aktuellen Bewertungen eindeutige Risiken birgt und Marktverwerfungen einen Renditeanstieg bewirken könnten.

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