„EZB-Präsident Draghi wird die Zinsen wieder senken“

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Für William Davies von der britischen Fondsgesellschaft Threadneedle steht fest: Griechenland muss und wird umschulden. Anzeichen gebe es genug, beispielsweise die Herabstufung Italiens und zahlreicher Banken durch die Rating-Agentur Moody’s vergangene Woche.

Auch sei das angekündigte Liquiditätsprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) für Banken eine Maßnahme, die bereits ein „Default“ Griechenlands vorbereite. Dadurch unterstütze die EZB Banken schon im Vorfeld, um den kommenden Schuldenschnitt der Griechen zu verkraften.

Davies gibt sich zuversichtlich, dass letztendlich die Politik eine Lösung für die europäische Schuldenkrise finden werde. Dies erfordere aber Zeit, und eventuell schramme Europa knapp an der Katastrophe vorbei.

Viel schneller handeln könne dagegen die EZB. Ihr bisheriger Präsident Jean-Claude Trichet scheidet am 31. Oktober aus dem Amt. Nachfolger Mario Draghi werde die beiden Zinserhöhungsschritte aus 2011 relativ schnell zurücknehmen und damit die Zinslast für überschuldete Staaten verringern, kündigt Davies an.

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