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Einkaufsstraße in Köln: In den meisten Ländern Europas steigt die Anzahl der gewonnenen Lebensjahre von Krebspatienten kontinuierlich. | © imago images / Ralph Peters Foto: imago images / Ralph Peters

Onkologie

Neue Hoffnung für Patienten

Rudi Van den Eynde, Head of Thematic Global Equity bei Candriam

Im Kampf gegen Krebs wurde ein Wendepunkt erreicht. Der wissenschaftliche, therapeutische, technische und technologische Fortschritt entwickelt sich exponentiell. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Erkennung und Behandlung verschiedener Arten von Krebs, die heute individueller erfolgt. Entscheidend sind in diesem Zusammenhang die bessere Nutzung von Gesundheitsdaten und künstliche Intelligenz.

Eine epidemiologische Herausforderung

Nach Schätzungen der International Agency for Research on Cancer (IARC) war Krebs im Jahr 2018 mit 9,6 Millionen Todesfällen infolge von Krebserkrankungen die zweithäufigste Todesursache, wie die Globocan-Datenbank mit Daten aus 185 Ländern und zu 36 Arten von Krebserkrankungen dokumentiert. Lungenkrebs ist bei Weitem am tödlichsten (1,7 Millionen beziehungsweise 18 Prozent der Todesfälle infolge von Krebs). Die Prävalenz, also die Häufigkeit einer Krankheit, nimmt in Nordamerika und in den meisten Ländern Europas jedoch ab, was insbesondere auf den wissenschaftlichen, therapeutischen, technischen und technologischen Fortschritt zurückzuführen ist. Die Anzahl der gewonnenen Lebensjahre steigt kontinuierlich. Dies zeigt sich auch daran, dass 43,8 Millionen Menschen fünf Jahre nach der Krebsdiagnose noch leben.

Ein dynamischer und rentabler Markt

Laut dem auf Gesundheitsdaten spezialisierten Beratungsunternehmen IQVIA wird der Onkologiemarkt in den Jahren 2020 und 2021 mit einer jährlichen durchschnittlichen Wachstumsrate zwischen 6 und 9 Prozent weltweit das größte Wachstumssegment im Pharmabereich sein. Trotz hoher Preise dürften Immun- und Gentherapien, die direkt auf das Immunsystem beziehungsweise die Zellen wirken, besonders dynamisch wachsen, wie die ersten Ergebnisse von CAR-T-Zellen und die Medikamente Kymriah und Yescarta zeigen, die seit 2017 in den USA auf dem Markt sind.

Forschung und Entwicklung

Der Onkologiemarkt wird durch umfangreiche Forschungs- und Entwicklungs-Aktivitäten vorangetrieben. Im Jahr 2016 wurden laut einer Berechnung des Datendienstleisters IQVIA 631 Moleküle in fortgeschrittenen klinischen Studien untersucht. 39 davon waren bereits zugelassen oder befanden sich im Zulassungsverfahren. Ein weiterer wichtiger Trend: 544 Laboratorien konzentrieren sich auf diesen therapeutischen Bereich und investierten viele Milliarden US-Dollar. Die Entwicklungen sind äußerst vielversprechend. Durch die zunehmenden Innovationen wird die Mortalität weiter abnehmen und die Lebenserwartung wird weiter steigen. Viele Patienten werden sogar vollständig geheilt werden. Mit der Zeit könnte es gelingen, Krebs zu einer chronischen Krankheit zu machen. Dies wäre vor zwanzig Jahren noch undenkbar gewesen.

Unterstützung vielversprechender Projekte

Die Förderung von wissenschaftlichen Forschungsprojekten sowie die finanzielle Unterstützung von Biotechnologieunternehmen und Start-ups stellen eine große Herausforderung dar. Viele dieser Unternehmen, die sich von ihren Wettbewerbern abheben konnten, wurden von Pharmakonzernen zu hohen Preisen übernommen. Die Nasdaq ist in dieser Hinsicht ein gutes Sprungbrett für Innovationen. Hier gibt es gewaltige Mengen an Liquidität und eine Vielzahl kompetenter Investoren. In Europa herrschen ähnlich günstige Bedingungen. Der Erfolg von Biotech-Unternehmen wie dem niederländischen arGEN-X mit einer Marktkapitalisierung von 9 Milliarden Euro ist ein Beleg dafür. Die Herausforderung besteht somit darin, die aussichtsreichsten Projekte zu identifizieren. Und es gibt viele Projekte mit Potenzial!

Eine dynamischere Regulierung

Zulassung von Medikamenten, Bewertung von Molekülen, Zulassung zur Kostenerstattung, Festlegung von Therapiestrategien, Preisfestsetzung von Medikamenten: Die Regulierungsbehörden entwickeln dynamischere Verfahren, um die Verfügbarkeit innovativer Therapien zu beschleunigen. Dies geschieht auf nationaler und internationaler Ebene. Eine Vielzahl unterschiedlicher Therapieformen und Produktkombinationen kann bei Patienten eingesetzt werden, die damit von der onkologischen Revolution profitieren. Krebs ist ein großes gesellschaftliches Problem; der Kampf gegen diese Krankheit hat mittlerweile Priorität für das Gesundheitswesen. Die Staaten bemühen sich, die finanzielle Belastung durch therapeutische Innovationen zu dämpfen und die Chancen ihrer Bürger auf Heilung zu erhöhen.

Verschiedene therapeutische Strategien

Die neuen Krebsbehandlungen sind komplexer, präziser und zielgerichteter. Das wachsende Angebot in diesem Bereich macht Hoffnung auf eine innovative, personalisierte und effektivere Medizin. Es wird mehr und bessere therapeutische Möglichkeiten geben, vor allem was die Behandlung von Patientengruppen und Überwachung von Krankheitsverläufen betrifft. Die Organisationsmethoden ändern sich. Dadurch wird es möglich, die Akteure in Krankenhäusern und im medizinisch-sozialen Sektor besser zu koordinieren. Die digitale Revolution wird den Informationsaustausch zugunsten einer effizienteren interdisziplinären Zusammenarbeit zum Wohle der Patienten erleichtern.

Neue Akteure, neue Perspektiven

Neben Forschungslaboren, Biotech-Unternehmen, Start-ups und öffentlichen Forschungseinrichtungen treten neue Akteure im Kampf gegen Krebs auf den Plan, etwa die Konzerne Google, Apple, Facebook und Amazon. Gesundheitsdaten und künstliche Intelligenz eröffnen neue Möglichkeiten. Sie ermöglichen nicht nur schnellere und bessere Diagnosen, sondern auch ein „Profiling“ von Tumoren. Vor allem werden sie dazu beitragen, neue, effektivere und präzisere Medikamente zu entwickeln, um Krebs in eine Krankheit zu verwandeln, mit der jeder leben kann. Diesem ehrgeizigen Ziel schließen wir uns voll und ganz an! Candriam sieht sich stark dem Corporate Social Responsibility-Ansatz verbunden und unterstützt den Kampf gegen Krebs uneingeschränkt.  Das Unternehmen spendet 10 Prozent der für den Candriam Equities L Oncology Impact erhaltenen Verwaltungsgebühren an die wichtigsten Institute für die Onkologieforschung in Europa.

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