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Aktualisiert am in Stolls FondseckeLesedauer: 10 Minuten

Stolls Fonds der Woche Auf der Suche nach dem Zins

Europäische Zentralbank
Europäische Zentralbank: Der Schwenk zu höheren Zinsen bringt Anleihen unter Druck. Rentenfonds mit vielen Freiheiten schlagen daraus Kapital. | Foto: imago images / imagebroker

Festverzinsliche Wertpapiere gehören zu den wichtigsten Anlageklassen. Renten machen den größten Teil der an den Weltbörsen gehandelten Wertpapiere aus. Doch statt vermeintlich sichere Zinsen zu beziehen, mussten Investoren in den vergangenen Jahren bei Anleihen bester Bonität im schlimmsten Fall vielmehr welche bezahlen. So lag der Satz für Bundesanleihen in den vergangenen Jahren im Minusbereich. Das Niedrigzinsumfeld sorgte dafür, dass Bond-Investoren seit Jahren nur noch mit höherverzinslichen Anleihen nennenswerte Renditen erwirtschaften konnten.

Die Zentralbanken diesseits und jenseits des Atlantiks wollen nun die hartnäckige und sich verstetigende Inflation mit steigenden Zinsen bekämpfen: Die US-Notenbank Federal Reserve (FED) hat die Leitzinsen bereits angehoben, die Europäische Zentralbank (EZB) hat den ersten Zinsschritt für Juli angekündigt. Allein der Schwenk zu höheren Zinsen genügte, um einen veritablen Crash am Anleihemarkt auszulösen. So verloren zehnjährige amerikanische Staatsanleihen binnen weniger Wochen rund 10 Prozent an Wert. Der Grund: Anleger verkaufen in Phasen steigender Zinsen ihre Bondpapiere und drücken so deren Kurse, denn neu emittierte Anleihen versprechen schließlich eine bessere Verzinsung.

Anleihen stabilisieren das Portfolio  

Für Bond-Investoren ist das Umfeld herausfordernd. Die Anlageklasse links liegen zu lassen erscheint im Angesicht der gestiegenen Risiken am Aktienmarkt nicht die Patentlösung für jedermann zu sein. Viele Anleger stecken die herben Verluste von Aktien in diesem Jahr nicht einfach so weg. Mit Anleihen lässt sich das Aktienmarktrisiko zumindest abmildern. „Unsere Analysen der Marktentwicklungen der vergangenen 20 Jahre bestätigen, dass zwischen Aktien und Anleihen eine negative Korrelation besteht: Je länger die Aktienmärkte fallen, desto eher spielen Anleihen zudem eine stabilisierende Rolle in einem Portfolio. Das trifft unabhängig vom Niveau der Anleihezinsen zu“, erklärt Sebastian Külps, Leiter des Geschäfts für Deutschland und Österreich bei Vanguard.

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Mit Anleihen haben Anleger zwei Arten von Renditequellen: die Zinszahlungen in Form von laufenden Kuponauszahlungen sowie die Kursentwicklungen der Papiere. Generell steht jedoch die Verzinsung der Anleihe im Vordergrund, da sie den Großteil der Rendite ausmacht. Neben dem Kursrisiko müssen Investoren das Kreditrisiko beachten. Darunter wird die Gefahr verstanden, dass ein Emittent das ihm zur Verfügung gestellte Kapital nur teilweise oder gar nicht zurückzahlen kann. Das Kreditrisiko spiegelt die Qualität oder Bonität eines Schuldners wider. Der Anleger muss nun entscheiden, ob er ein Risiko eingeht, um höhere Erträge zu erwirtschaften oder eine sichere Anlage bevorzugt, um hier einen Puffer zu haben. So sind Anleihen aus Schwellenländern oder auch schlecht bewerteter Firmen interessant für Renditejäger.

Aktuell lohnt vor allem ein Blick auf Rentenfonds, die mit vielen Freiheiten ausgestattet sind. Hier können erfahrene Fondsmanager die Chancen der globalen Rentenmärkte sehr flexibel nutzen und gleichzeitig das Währungsrisiko systematisch steuern. Außerdem bieten spezielle Nischen am Rentenmarkt gute Chancen auf Rendite. Denn auch hier lässt sich weiterhin Geld verdienen – vorausgesetzt, die Strategie stimmt.

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