Rohstoffe: Die weichen Kurse harter Industriemetalle

Visionär oder nur Flausen im Kopf? Peter Diamandis will mit <br> Geschäftspartner Eric Anderson und seiner Firma Planetary <br> Resources neue Rohstoffquellen im All erschließen. <br> Quelle: Getty Images

Visionär oder nur Flausen im Kopf? Peter Diamandis will mit
Geschäftspartner Eric Anderson und seiner Firma Planetary
Resources neue Rohstoffquellen im All erschließen.
Quelle: Getty Images

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Für die einen ist es eine Gruppe Spinner. Für die anderen sind es Visionäre. Am 24. April geben Peter Diamandis und Eric Anderson in Seattle eine Pressekonferenz, in der sie einen Plan erklären, der auch aus einem Science-Fiction-Film kommen könnte: Sie wollen auf Asteroiden Rohstoffe abbauen.

Was sie und ihre Firma Planetary Resources von einer Schnaps-Idee abhebt, ist die prominente Unterstützung. Berater Tom Jones war Astronaut bei der Nasa und ist heute Planetenwissenschaftler. Die Google-Chefs Larry Page und Eric Schmidt geben Geld, ebenso wie Regisseur James Cameron, der in „Avatar“ die Ausbeutung von Planeten beschrieb.  

1.500 gut erreichbare Asteroiden gebe es, heißt es auf der Konferenz. Sie bergen riesige Mengen Platin, Palladium, Rhodium, Eisenerz, Nickel, Kobalt. Diamandis spricht von zweistelligen Milliarden-Dollar- Beträgen – im Jahr.

Die Welt hat Rohstoffe nötig. Auf Sicht von Jahrzehnten wird es eng. Die Preise werden steigen. Trotzdem sorgten 2011 viele Rohstoffpositionen bei Investoren für lange Gesichter. Denn die simple Formel „Immer höhere Nachfrage trifft auf schrumpfendes Angebot“ greift auf kurze Sicht einfach nicht.

Zum Beispiel bei Aluminium, dessen Preis 2011 um 16 Prozent zurückging. Kein Wunder, von den weltweit produzierten 43,7 Millionen Tonnen wurden in der Industrie nur 42 Millionen Tonnen verbraucht. Es ist der fünfte Jahresüberschuss in Folge, schreiben die Analysten von Morgan Stanley Research. Auch für Nickel, Zink und Blei verzeichnen sie Überschüsse für 2011.

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Nur Kupfer wurde mehr nachgefragt als angeboten. „Die Grasberg-Mine in Indonesien war wochenlang geschlossen wegen Querelen mit den Arbeitern“, heißt es von Morgan Stanley. Auch im afrikanischen Sambia gebe es ab und zu Probleme mit dem Angebot.

„Industriemetallmärkte sind China- Märkte“, sagt Axel Herlinghaus, Analyst von der DZ Bank. Das Land verbraucht rund 40 Prozent aller Industriemetalle weltweit. Doch das ist zu kurz gegriffen. China importiert zwar enorme Mengen, führt aber als Exportweltmeister große Teile nach der Verarbeitung wieder in andere Länder aus.

Der Export dominiert noch immer Chinas Wirtschaft. Damit wirkt sich der Zustand der Weltwirtschaft auf Chinas Wirtschaft und damit auch auf die Metallpreise aus. Gleichwohl kann man den Zustand der Weltwirtschaft bis zum gewissen Grad am chinesischen Wirtschaftswachstum ablesen.