Schwellenländer-Experten „China schafft Balance zwischen Schuldenaufnahme und Wirtschaftswachstum“

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Und wie finden Sie die Kandidaten mit den zu hohen Börsenkursen?

Mejia: Der entscheidende Faktor für die Kursentwicklung sind auch dort die Gewinne. Wir wollen diejenigen Unternehmen auswählen, die negativ überraschen und an den Erwartungen der Analysten scheitern. Die Short-Positionen machen etwa 45 Prozent des Portfolios aus. Zurzeit sind dies insbesondere Ölförderer und Stahlproduzenten, denen eine schwache Nachfrage nach Rohstoffen zu schaffen macht. Bei Minenunternehmen halten wir uns allerdings zurück, da die Aktienkurse bereits ausverkauft scheinen.

Michael Lai lenkt den Aktienfonds GAM Star China. Zu seinem Anlageuniversum gehören Titel aus dem Reich der Mitte sowie Hongkong:

Mit dem GAM Star China setzen Anleger auf steigende Börsenkurse in der Volksrepublik

Biggs: Mit dem GAM Star Emerging Market Rates können wir ebenfalls auf sinkende Kurse setzen. Wir investieren in Schwellenland-Bonds sowohl in harter als auch lokaler Währung und in Währungen selbst. Aktuell gehören etwa türkische Anleihen zu unseren Short-Positionen, da wir das Land als besonders krisenanfällig einschätzen. Wegen des mäßigen Nachfragewachstums in China erwarten wir außerdem, dass HK-Dollar und Südkoreanischer Won nachgeben. Dagegen sehen wir Anleihen und Währungen in Brasilien und Russland im Aufschwung. Zuversichtlich sind wir zudem für indische und malaysische Titel. Diese Länder sollten besonders von dem anziehenden Wachstum in den Emerging Markets profitieren.

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