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Vermögensverwaltung

Steuerfreie Erträge für 0,26 Prozent jährlich

Stefan Brähler
Foto: Confidema

Für viele Kunden in Vermögensverwaltungen bringt der Einsatz von Versicherungspolicen große Vorteile wie etwa Kontrolle durch gut geplante Vermögensübertragungen oder steuerfreie Erträge. Diese Versicherungslösungen sind damit ein höchst effizientes Gestaltungsinstrument in der Vermögensverwaltung. Das Vermögen wird weiterhin vom Vermögensverwalter betreut. Auch die Ausgaben dafür fallen unter dem Strich meist erheblich geringer aus, als das zunächst den Anschein hat.

Wir erinnern uns: früher konnten die Gebühren für die Vermögensverwaltung als Werbungskosten geltend gemacht werden. Das geht seit der Einführung der Abgeltungssteuer nicht mehr. Zwar war es bis vor kurzem noch möglich, im Rahmen einer All-in-Fee 50 Prozent davon geltend zu machen, aber auch diese Möglichkeit wurde für Kunden bankenunabhängiger Vermögensverwalter abgeschafft. Sie können keine steuerlichen Abzüge mehr vornehmen. Gerade für unabhängige Vermögensverwalter ein klarer Nachteil gegenüber der Konkurrenz der Banken.

Für die Arbeit eines Vermögensverwalters in einer Versicherungslösung gelten andere Regeln. Denn sämtliche Aufwendungen innerhalb des Vertrages, egal ob für die Versicherung, Vermögensverwaltung oder Bank, ja selbst gezahlte Mehrwertsteuer, werden steuerlich geltend gemacht. Das ändert den Gesamtaufwand des Pakets deutlich.

Zahlenbeispiel

Ein einfaches Zahlenbeispiel: die Vermögensverwaltung berechnet für ihre Leistung ein jährliches Honorar von 1,0 Prozent zuzüglich Mehrwertsteuer, also 1,19 Prozent. Kommen für eine Versicherungslösung nun 0,75 Prozent hinzu, dann liegen die Gesamtkosten bei 1,94 Prozent jährlich. Aber nur auf dem Papier. Diese 1,94 Prozent sind im Rahmen der Versicherungslösung steuerlich komplett abziehbar und bewirken bei 25 Prozent Abgeltungsteuer eine Steuerersparnis von 0,49 Prozent. Die Versicherungslösung kostet damit netto nur noch 0,26 Prozent jährlich. Das ist geringer als die durchschnittliche Tagesschwankung an der Börse.

Für diesen unbedeutenden Aufwand kann der Kunde sämtliche Vorteile einer Versicherungslösung als Ergänzung zu seiner Vermögensverwaltung nutzen:

  • Ertragsteuervorteile, zum Beispiel werden Zinsen, Dividenden und Kursgewinne innerhalb einer Police steuerfrei angesammelt. Bei Auszahlung greift das Halbeinkünfteverfahren mit 50 Prozent Steuerfreiheit oder es kommt sogar zu einer komplett steuerfreien Auszahlung im Erbfall
  • Verringerung von Erbschaftsteuer und Schenkungssteuer, zum Beispiel mit Nießbrauch in der Vermögensverwaltung
  • Bei Schenkung an Kinder und Enkel kann kontrolliert werden, wie das Geld verwendet wird, zum Beispiel durch 99-1 Gestaltungen oder, sogar über den Erbfall, hinaus mit Termfix-Verfügungen
  • Gezielte Steuerung des Erbes zum Beispiel durch Erbschaften außerhalb des Nachlasses oder mit Veränderung des Pflichtteiles von Erben
  • Schutz des persönlichen Privatvermögens in der Police vor Haftungsrisiken und Gläubigerzugriff zum Beispiel für Unternehmer oder Selbständige.

In der Gesamtbetrachtung zeigt sich in vielen Kundensituationen, dass Versicherungslösungen eine sinnvolle und zudem kostengünstige Ergänzung zur Vermögensverwaltung sein können.

Der Vermögensverwalter profitiert ebenfalls. Er verfügt mit der Versicherungslösung über ein institutionelles Mandat und stellt damit seine Rechnungen nicht mehr an Privatkunden sondern direkt an die Versicherungsgesellschaft.

Ohne Steuerabflüsse im Depot bleiben mehr Asset under Management. Und mit der erfolgreichen Nachfolgeplanung seines Kunden gewinnt der Vermögensverwalter heute schon eine gute Verbindung zur nächsten Kundengeneration.


Über den Autor:
 
Stefan Brähler ist Geschäftsführer bei Confidema und Spezialist für den Einsatz von Versicherungsstrukturen in Vermögensverwaltung und Private Banking in Freiburg.


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