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Stresstest von Bafin und Bundesbank zeigt Dieses Szenario ist Gift für die Banken

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Banken planen ohnehin nicht sehr optimistisch

Interessant ist auch, was die befragten Geldhäuser selbst planen. Demnach werden die Bilanzsummen von 2016 bis 2021 zwar um 10 Prozent im Schnitt wachsen. Der Jahresüberschuss vor Steuern wird aber wohl um 9 Prozent schrumpfen. Das meiste davon geht auf das Konto des Kreditgeschäfts, bei dem einiges abzuschreiben sein wird.

So die Planzahlen, es gibt aber auch hier einzelne Szenarien. Und von denen wäre das Beste, was Banken passieren könnte, ein flotter Zinsanstieg um 2 Prozentpunkte. Das würde natürlich zunächst bestehende Zinspositionen abwerten, in den Jahren darauf aber die Zinsmarge aufbügeln. Am Ende stünde im Jahr 2021 eine um 7 Prozent höhere Gesamtkapitalrentabilität (Jahresüberschuss im Verhältnis zur Bilanzsumme). Richtig schlecht wäre es, wenn das Zinsniveau um einen weiteren Prozentpunkt sinken würde und die Bilanzen unverändert blieben (statische Bilanz). Dann würde die Rentabilität um 60 Prozent einbrechen.

Banken versuchen, unter anderem über höhere Provisionen aus dem Konto- und Wertpapiergeschäft gegenzusteuern. Die Planzahlen sehen hier vor, dass diese Entgelte den Einbruch im Zinsergebnis fast komplett ausgleichen.

Weiteres Mittel zum Zweck ist es, sich zusammenzuschließen. 11 Prozent der befragten Institute sind schon dabei oder haben die konkrete Absicht. Weitere 45 Prozent können es sich grundsätzlich vorstellen – 35 Prozent als Käufer und 10 Prozent als Kaufobjekt.

Denn bei einem sind sich die meisten einig: Die Konkurrenz wird härter. Einerseits mit anderen Banken – 66 Prozent erwarten das. Andererseits mit den jungen, dynamischen Hightech-Finanzdienstleistern, den Fintechs – damit rechnen sogar 75 Prozent der Institute.

Auf jeden Fall darf sich die Branche warm anziehen, daran lässt die Studie keinen Zweifel.

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