Goldbarren im Safe von Pro Aurum in München: Wenn Anbieter eine Mindestverzinsung auf die Gold-Anlage anbieten, sollten bei Anlegern die Alarmglocken schrillen, rät Vermögenverwalter Thomas Buckard. Foto: imago images / HRSchulz

Vermögensverwalter Thomas Buckard

Wo lässt sich sicher Gold kaufen?

Thomas Buckard
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Es ist paradox: Gold gilt für viele Anleger gerade in Krisenzeiten als sicherer Hafen für das Vermögen. Da es nicht beliebig vermehrt werden kann und somit als begehrtes Edelmetall nur begrenzt verfügbar ist, hat es in der Vergangenheit trotz Kriegen, Wirtschaftskrisen, Währungsreformen und Inflationszeiten an Wert zugelegt. Dies macht es auch in der aktuellen Zeit der massiven Geldschöpfung der internationalen Notenbanken so interessant – deshalb notiert die Unze gerade einmal fünf Prozent unter ihrem Allzeithoch.

Doch nach den Skandalen um Pim und weiteren Anbietern stellen sich viele Anleger die Frage: Wo kaufe ich am besten Gold? Zuallererst: Gesunder Menschenverstand schadet auch hier nicht. Jedem halbwegs finanziell Gebildeten ist klar, dass das gelbe Metall zum einen keine Verzinsung bietet und zum anderen im Preis (teilweise erheblich) schwankt. Wenn ihm dann eine Preisgarantie, ja sogar eine Mindestverzinsung angeboten wird, dann sollten mehr als alle Alarmglocken läuten.

Die wohlberühmte „Eier legende Wollmilchsau“ gibt es auch beim Gold nicht: Zinsverzicht und Schwankungstoleranz gehören bei der Goldanlage untrennbar mit dazu. Wer das nicht erträgt, sollte auch vom Gold die Finger lassen. Es ist schon frappierend, dass unseriöse Anbieter oder Betrüger gerade bei den vorsichtigen Deutschen immer wieder so erfolgreich sind.

Insofern gilt auch bei der Goldinvestition wie bei allen anderen Fragen der Vermögensanlage: Seriosität des Anbieters und Verwalters ist erstes Gebot! Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, kauft physisches Gold in Form von umsatzsteuerfreien Barren oder Münzen.

Das ist zwar relativ teuer, vor allem je kleiner die Einheiten sind. Aber vor allem die Münzen wie „Krügerrand“ oder „Maple Leaf“ sind am leichtesten handelbar. Sie können bei seriösen Fachhändlern in Filialen oder online sowie bei vielen Banken erworben werden. Ein Vergleich der Preise ist zum Beispiel über das Portal www.gold.de möglich.

Zu beachten ist, dass im Rahmen der Geldwäschebekämpfung bei Bartransaktionen von über 2.000 Euro die Personalien festgehalten werden. Insofern ist es dringend ratsam (auch in Bezug auf die Gewinnbesteuerung und die Versicherung bei Verlust), die Kaufquittungen aufzubewahren.

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