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Uwe Zimmer

Uwe Zimmer

Vermögensverwalter zur Euro-Krise: Erst denken, dann retten

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Die Eurozone hätte eigentlich schon mindestens fünfmal gerettet sein müssen, Griechenland dreimal und Spanien nie in einer Krise stecken dürfen. Leider sind all diese Rettungsversuche gescheitert, die Eurozone kriselt weiter. Jetzt ist Nachdenken angesagt.

Märkte bewegen sich schnell, das Geld dreht schnell, Nachrichten und Gerüchte laufen in Windeseile über die Ticker. Genauso schnell agieren die Händler, die Makler, die Käufer, Verkäufer, Fondsmanager und so weiter. Mache treiben es mit immer mehr Rechnerkapazität auf die Spitze, geben Aufträge nur für Sekundenbruchteile ins System, rücken sogar räumlich näher an die Rechenzentren der Börsen um selbst hier noch die letzten Verzögerungen herauszubekommen.

Die können das.

Politik ist ein eher langsames Geschäft. Das große Ganze im Blick zu behalten gelingt selten wenn es schnell gehen muss. Hektische Zeiten sind Zeiten für Fachleute, Experten, die nur den letzten Dreh einer Vorlage diskutieren müssen, nicht aber sich erst mit den Folgen beschäftigen. Das sind die meisten Politiker nicht. Sie wägen die Vorlagen nach Parteimeinung, Wahlkreisstimmung, Lobbyistenrat, sie suchen sich eigene Informationen und benutzen den gesunden Menschenverstand. Zumindest idealerweise.

Schnell sein können sie in der Regel nicht.


Bei den Rettungsschirmen und allen weiteren Rettereien sollten sie es sein. Die Märkte haben den Politikern ihre Geschwindigkeit aufgezwungen. Das hat zur Abhängigkeit von Experten geführt – doch für jeden Experten pro Rettung gibt es mit Sicherheit auch einen contra Rettung. Das Verfassungsgericht hat jetzt den Druck herausgenommen. Es selber prüft bei den Klagen gegen die Euro-Rettung zunächst nur, ob all das mit der Verfassung in Einklang steht. Die Politik hat jetzt aber zum ersten Mal wieder die Möglichkeit, sich das große Ganze anzusehen.

Und es ist gut möglich, dass es dann zu „alternativlosen“ Maßnahmen auch Alternativen gibt. Den Märkten kann diese Verlangsamung nur gut tun. Auch den handelnden Personen kann es nur gut tun, sich wieder auf Unternehmen und deren Management zu konzentrieren, auf Rohstoffe und deren Aussichten, auch auf Länder und deren Entwicklung. Die Hektik der Märkte ist auch damit schon groß genug. Die Politik muss hier nicht mitspielen. Sie tut besser daran, erst zu denken und dann zu retten. Mal sehen, was der Sommer bringt.

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