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DZ Bank Welche Chancen und Risiken haben Investments in chinesische Aktien?

Frau mit Smartphone
Frau mit Smartphone: Für Anleger bergen chinesische Internet-Aktien ein hohes Risiko. | Foto: RyanKing999 / Getty Images

Die jüngste Talfahrt lasse chinesische Aktien günstig momentan erscheinen, schreibt Christian Kahler in seiner aktuellen Analyse für die DZ Bank. Für ausländische Aktionäre bestehe jedoch unter anderem die Gefahr, dass die entsprechenden American Depository Receipts (ADR) von den US-Börsen genommen werden. Eine solche Entscheidung hätte katastrophale Folgen für das Image des chinesischen Kapitalmarktes. Anleger wären einem totalen Verlustrisiko ausgesetzt.

Weitere Regulierungsmaßnahmen drohen

Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass der Druck auf die Unternehmen langfristig aufrechterhalten werden kann, so Kahler. Die Internetunternehmen seien für China schließlich zu wichtig geworden, insbesondere für die jüngeren Verbraucher.

Allerdings sind stärkere Kontrolle wahrscheinlich. Künftig könnten Hardwarefirmen stärker gefördert werden als Softwarefirmen. Auch wenn die chinesischen Behörden in letzter Zeit rhetorisch ein wenig zurückgerudert sind und sich die Aufregung wieder etwas gelegt hat, besteht immer noch die Gefahr weiterer Regulierungsmaßnahmen. Die Volatilität chinesischer Aktienkurse dürfte daher hoch bleiben.

Keine Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung chinesischer Internet-Unternehmen

Die künftigen Wachstumsaussichten sind weiterhin positiv, schreibt Kahler, mit Ausnahme von Aktien aus dem Bildungssektor. Der Kursrückgang bei den meisten Aktien habe auch deren Bewertungen deutlich reduziert. Viele amerikanische Top-Investoren hatten die niedrigen Kurse von Alibaba & Co. bereits vor den jüngsten Maßnahmen der Regulierungsbehörden zum Kauf genutzt.

Für die Aktionäre chinesischer Unternehmen bestehe jedoch die Gefahr, dass die American Depository Receipts (ADRs) – dies sind Hinterlegungsscheine für die originalen chinesischen Aktien – von den US-Börsen genommen werden.

Sowohl China als auch die USA würden ein Aussortieren aus den oben genannten Gründen anstreben, wenn sich die Situation nicht entspannt, vermutet Kahler. China könnte so möglicherweise die Offenlegung sensibler Daten vermeiden.

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