Stephan Kuhnke ist Vorstandsvorsitzender (CEO) und Leiter des Anlagemanagements der Bantleon Bank. | © Thomas Wieland Foto: Thomas Wieland

Bantleon-Stratege Stephan Kuhnke im Gespräch

„Das Erfolgsgeheimnis liegt auf der Hand“

DAS INVESTMENT: Sie lenken Ihre Portfolios entlang des Konjunkturzyklus. Wie funktionierte der Ansatz seit dem Aufflammen der Corona-Pandemie?

Stephan Kuhnke: Wir bewerten laufend das Umfeld auf konjunkturelle Störfaktoren. So sind wir im Falle exogener Konjunkturschocks wie der Corona-Pandemie reagibel und können die Fondsausrichtung zeitnah anpassen. Die konjunkturellen Frühindikatoren haben Anfang des Jahres eine zunehmende Wachstumsdynamik und damit Ertragspotenzial für Risiko-Assets wie Aktien und Unternehmensanleihen signalisiert.

Damit waren wir in diesen Asset-Klassen investiert. In der letzten Februarwoche drehte sich dann das Bild komplett. In die Höhe schnellende Infektionszahlen in Südkorea und Italien zeigten, dass sich die Epidemie nicht auf China beschränkte. In der Folge trübten sich auch die konjunkturellen Rahmenbedigungen ein, was wir als Anlass für einen weitgehenden Risikoabbau gesehen haben.

Welche Fondsstrategien kamen am besten durch die Turbulenzen?

Kuhnke: Unsere Fonds, die ihre Asset Allocation flexibel steuern wie beispielsweise der Bantleon Family & Friends (ISIN: LU0634998545) und der Bantleon Changing World (LU1808872961), sind solide durch die Krise gekommen. Letzterer steht trotz des diesjährigen Corona-Kurseinbruchs auf Sicht eines Jahres mit plus 8,2 Prozent gut da. Das Geheimnis des Erfolges liegt wie gesagt grundsätzlich in der rechtzeitigen und konsequenten Reduzierung der Aktienmarktrisiken.

Welche Fondstypen lassen sich am besten nach dem Konjunkturverlauf managen?

Kuhnke: Langfristige Analysen zeigen, dass sich die Renditen von hochqualitativen Staatsanleihen und Aktienindizes parallel zum Konjunkturverlauf entwickeln. Daneben lässt sich auch die relative Performance von Unternehmensanleihen zu Staatsanleihen sowie einzelnen Rating-Kategorien mit der Konjunkturdynamik erklären. Dementsprechend können wir Multi-Asset- und Anleihenstrategien mit einem breiten Anlageuniversum sehr gut auf dieser Basis bewirtschaften.

Und wo liegen die Hürden?

Kuhnke: Die Herausforderungen liegen primär in den exogenen Schocks, die sich erst mit einem Nachlauf in den konjunkturellen Indikatoren widerspiegeln.

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