Manager des Union Privatfonds Kontrolliert „Wird Ihnen schon mulmig, Herr Wagner?“

Alexander Wagner arbeitet seit 2006 bei Union Investment: Heute managt er den Privatfonds: Kontrolliert | © Dirk Beichert

Alexander Wagner arbeitet seit 2006 bei Union Investment: Heute managt er den Privatfonds: Kontrolliert Foto: Dirk Beichert

Warum hat Ihr Fonds eigentlich keinen coolen englischen Namen?

Alexander Wagner: Ich erkläre mir das damit, dass ein Name immer auch zum Kunden passen muss. Und wenn ein Fonds so einen neumodischen englischen Namen hat, kommt das nicht bei jedem Volksbank-Kunden gut an. Aber ich habe den Namen nicht beeinflusst, obwohl ich den Fonds mitentwickelt habe.

Sie sind inzwischen für 18,5 Milliarden Euro verantwortlich. Wird Ihnen schon mulmig?

Wagner: Nein.

Aber welcher Summe wäre das denn der Fall?

Wagner: Da kann ich keine Zahl nennen. Natürlich haben wir bei illiquideren Investments gegenüber kleineren Fonds schon Nachteile. Aber insgesamt kommen wir mit der vorhandenen Summe gut klar und können die Dynamik im Portfolio erzeugen, die wir uns vorstellen.

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Es sind schon einige Fonds den Volumen-Tod gestorben. Sie waren zu groß und unbeweglich.

Wagner: Das stimmt. Aber wir haben den Vorteil, dass wir nur wenig in Einzeltitel investieren. Stattdessen nutzen wir aktiv gemanagte Fonds, Indexfonds und Derivate. Damit können wir das große Volumen gut steuern. Würden wir nur mit Einzeltiteln arbeiten, wäre das kaum möglich.

Hoffentlich machen die Zielfonds nicht zu, wenn es Stress am Markt gibt.

Wagner: Ich kenne viele Fonds und deren Manager gut und weiß auch häufig, was sie an Kassenpositionen halten. Wir befassen uns im Vorfeld immer sehr genau mit den Fonds und reden auch mit den Fondsmanagern. Dabei ist Liquidität in Stressphasen immer ein wichtiges Thema, wir können die Lage dann gut einschätzen.

Sie wollen für den Fonds Risiken messen und voraussehen. Wie wollen Sie das hinbekommen?

Wagner: Wir messen täglich die Volatilität der Märkte als Fieberkurve, schätzen die künftige Entwicklung ein und richten den Fonds danach aus. Es ist kein rein quantitatives System, wir haben immer auch die menschliche Komponente als Ergänzung.