Sitz der EZB in Frankfurt Foto: IMAGO Images / Kessler-Sportfotografie

Strafzinsen für geparkte Einlagen

Deutsche Banken zahlen 940 Millionen Euro an die EZB

Banken in Deutschland haben in den ersten drei Quartalen des Jahres 940,3 Millionen Euro an Strafzinsen für geparkte Einlagen bei der EZB gezahlt. Das geht aus einer Hochrechnung des Portals Tagesgeldvergleich.net auf Basis der Monatsberichte der Deutschen Bundesbank hervor.

Allein im März waren es demnach 328,5 Millionen Euro. Die Bundesbank geht davon aus, dass sich die Kosten für hiesige Institute im Gesamtjahr auf bis zu 4,7 Milliarden Euro summierten könnten. Im Vergleich zum vergangenen Jahr wäre das eine Verdopplung: 2020 lag der Wert bei 2,3 Milliarden Euro.

Der Einlagezins der Europäischen Zentralbank (EZB) ist bereits seit dem Jahr 2014 negativ. Banken im Euroraum müssen Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank parken. Die Kreditinstitute sollen mehr Kredite an Unternehmen und Verbraucher vergeben, um die Wirtschaft anzukurbeln – so das Kalkül der EZB. Im Jahr 2019 hatte die Zentralbank den Zinssatz nochmals gesenkt, auf minus 0,5 Prozent. Gleichzeitig führte die EZB einen Freibetrag ein, auf den keine Negativzinsen anfallen.

Banken sparen durch Freibetrag Milliarde

Das sorgt bei deutschen Banken für Entlastung, rechnet Tagesgeldvergleich.net vor. Im Gesamtjahr können Institute hierzulande demnach etwa 1,2 Milliarden Euro sparen. Ohne den Freibetrag würden die Strafzinsen in diesem Jahr bei knapp 6 Milliarden Euro liegen. Im vergangenen Jahr betrug die Entlastung den Angaben zufolge 97,4 Millionen Euro pro Monat und im Gesamtjahr damit etwas weniger als 1,2 Milliarden Euro.

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