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Asset-Allocation von Pictet Asset Management Die Omikron-Welle bekommt Aktien nicht klein

Times Square, New York
Times Square, New York: Omikron dürfte die Konjunkturerholung nicht bremsen, Pictet Asset Management ändert die Asset-Allocation vorerst nicht. | Foto: Imago Images / Levine-Roberts

Neues Jahr, alte Probleme? Die sich rasant ausbreitende Omikron-Variante hat erneut zu Einschränkungen der Mobilität geführt, sodass Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen in einigen Teilen der Welt aufkommen.

Doch die globale Erholung bleibt dank eines starken Arbeitsmarktes, einer aufgestauten Nachfrage nach Dienstleistungen sowie gesunder Unternehmensbilanzen robust. Auch die üppigen Ersparnisse der privaten Haushalte können die Krise abfedern: Der IWF prognostiziert, dass die globale Bruttosparquote 2022 ein Allzeithoch von 28 Prozent erreichen wird.

Wir haben die Omikron-Bedrohung zu diesem Konjunkturbild ins Verhältnis gesetzt und beschlossen, unsere Asset-Allocation vorerst nicht zu ändern – wir bleiben in Aktien neutral gewichtet und in Anleihen untergewichtet. Angesichts unseres positiven Konjunkturausblicks suchen wir nach Chancen, unsere Aktiengewichtung 2022 zu erhöhen.

USA, Eurozone, Japan: Robuste Konjunkturentwicklung

Unsere Konjunkturzyklusindikatoren zeigen, dass das globale Wirtschaftswachstum 2022 um 4,8 Prozent steigen wird.

Wir haben unsere BIP-Prognose für die USA angehoben, da die größte Volkswirtschaft der Welt eine starke Erholung sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor erlebt. Die positive Konsumentenstimmung und überschüssige Ersparnisse von rund 2,2 Billionen US-Dollar dürften auch in den kommenden Monaten zu einem robusten Beschäftigungswachstum führen.

Der Preisdruck ist jedoch stärker geworden und hält länger an als erwartet. Der Verbraucherpreisindex stieg im November mit 6,8 Prozent am schnellsten seit 1982, wobei die Kerninflation über dem Trend von 4,9 Prozent lag. Auch wenn man den Einfluss von Covid-19-sensitiven Produkten und den Basiseffekt außen vor lässt, liegt die Inflation mit 3,6 Prozent immer noch deutlich über dem offiziellen Ziel der Zentralbank. Wir gehen davon aus, dass die Kerninflation Anfang 2022 ihren Höhepunkt bei 5,8 Prozent erreichen wird. Die US-Notenbank dürfte das dazu veranlassen, die Zinssätze bereits im Juni 2022 anzuheben; sie kündigte vor Kurzem an, ihre Anleihenkäufe bis März einzustellen.

Die Wirtschaft in der Eurozone bleibt robust, aber die Aussichten sind aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen neuer Beschränkungen der Mobilität und anhaltender Lieferkettenstörungen sehr ungewiss. Dennoch gehen wir weiterhin davon aus, dass die Wirtschaft der Region um 4,4 Prozent wachsen wird – damit liegen wir über dem Marktkonsens.

Japan gegenüber sind wir optimistischer geworden. Die Wirtschaft des Landes erholt sich gerade von einer steilen, aber kurzen Covid-19-Welle. Die Impfkampagne schreitet gut voran, und die Indikatoren für das Konsum- und Geschäftsklima sowie die Daten zum Wohnungsmarkt sind ermutigend. Der schwächere Yen und neue fiskalpolitische Impulse dürften das Wachstum in den kommenden Monaten stützen.

Aktien-KGVs dürften weiter sinken

Unsere Liquiditätsindikatoren bestätigen uns in unserer neutralen Aktiengewichtung.

Die Liquiditätsbedingungen in den USA verschlechtern sich, da die Fed den Anstieg der Inflation mit einer strafferen Geldpolitik in den Griff bekommen möchte. In China sieht das Bild ganz anders aus, nachdem die chinesische Zentralbank ihre Mindestreservequote im Dezember um 50 Basispunkte gesenkt hat.

Die jüngste Lockerung der People’s Bank of China dürfte nach unseren Berechnungen rund 1,2 Billionen RMB an langfristigen geldpolitischen Impulsen freisetzen, das entspricht 1 Prozent des BIP. Die PBoC stellt vierteljährlich 232 Milliarden US-Dollar Liquidität bereit, dieses Tempo schafft keine andere große Zentralbank.

Unsere Bewertungssignale sind sowohl für Aktien als auch für Anleihen günstiger als noch vor einem Jahr: Die KGVs für globale Aktien sind gegenüber dem Vorjahr um rund 10 Prozent gesunken, während die Anleiherenditen in den Industrieländern um 50 Basispunkte gestiegen sind.

Dennoch ist es schwierig, in einer der großen Anlageklassen guten Wert zu finden. Wir gehen davon aus, dass die Aktien-KGVs in diesem Jahr als Reaktion auf steigende reale Anleiherenditen um rund 5 bis 10 Prozent zurückgehen werden.

Unsere Erwartungen für das Gewinnwachstum in diesem Jahr liegen bei 16 Prozent, das ist doppelt so hoch wie der Marktkonsens.

Die markttechnischen Indikatoren haben sich aufgrund saisonaler Faktoren negativ für Aktien entwickelt. Dem steht jedoch gegenüber, dass die Anlegerstimmung deutlich weniger euphorisch ist als noch vor einigen Monaten – das lässt auf ein gewisses Aufwärtspotenzial für Risikoanlagen schließen.

Aktienregionen und -sektoren: Gewinne sind ein Lichtblick

Trotz unserer neutralen taktischen Aktiengewichtung ist unser Ausblick positiv. Der Bullenmarkt ist weiterhin intakt, unterstützt durch den positiven Ausblick für die Volkswirtschaften, die sich allmählich von der Pandemie erholen. Das dürfte die Abwärtsrisiken, etwa wenn die US-Notenbank aus Panik vor einer zu hohen Inflation ihre Geldpolitik zu aggressiv strafft, mehr als ausgleichen. 

Es ist nicht zu übersehen, dass die Fed einen strafferen Kurs einschlägt. Dennoch dürften die Realzinssätze noch einige Zeit sehr entspannt bleiben und die Geschäftsbanken scheinen bereit zu sein, mehr Kredite zu vergeben. Und wenn sich Omikron als milde Variante herausstellt, könnte das Wachstum wieder Fahrt aufnehmen. Das Wachstum der Unternehmensgewinne hat eindeutig seinen Höhepunkt erreicht. Im Konsens für die Gewinnerwartungen des MSCI All Country World Index der nächsten 12 Monate ist jetzt ein jährliches Gewinnwachstum von lediglich 5 Prozent eingepreist, gegenüber dem Höchststand von 55 Prozent im Frühjahr. Aufgrund des starken US-Wachstums und der robusten Margen sind wir deutlich positiver gestimmt als der Markt. 

Chinesische Aktien könnten das Tempo vorgeben. Sie sind nach ihren Verlusten im Jahr 2021 attraktiv bewertet. China schwenkt auf eine vorsichtig expansive Geldpolitik um und die Wachstumsaussichten des Landes dürften sich verbessern, da sich die Krise im Bausektor weitgehend aufgelöst hat. Die Anzeichen einer Erholung sind jedoch noch sehr fragil, sodass wir erst einmal einige Monate abwarten werden. Vorerst bleiben wir in China neutral gewichtet, wenngleich wir in Asien (ohne Japan) übergewichtet sind. 

Im Gegensatz dazu sind wir in Schwellenländern außerhalb Asiens untergewichtet, da sich die Konjunkturdynamik verschlechtert, das Tempo der Zinsanhebungen zunimmt und politische Risiken wie die zunehmenden Spannungen zwischen Russland und der Ukraine nicht kleiner werden. Zudem sind wir in bestimmten defensiven Sektoren wie Basiskonsumgütern und Versorgern untergewichtet. 

Wir bevorzugen weiterhin zyklische Value-Märkte und -Sektoren wie die Eurozone, das Vereinigte Königreich, Finanzwerte und Immobilien. Von US-Small-Caps versprechen wir uns viel: Sie sind von historisch niedrigen Bewertungen im Vergleich zu Large-Caps geprägt, zugleich dürfte die US-Volkswirtschaft nach unserer Einschätzung im nächsten Jahr zu den dynamischsten weltweit gehören.  

Zum vollständigen Investment-Ausblick von Pictet Asset Management gelangen Sie hier.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.