Goldtagebau in Mexiko Foto: Getty Images

Goldpreis

Dynamik setzt sich 2020 fort

Der Goldmarkt beeindruckte im Dezember aufgrund der nicht eingetretenen Entwicklung während der Feiertage. Seit die Goldpreise im September ihren Höchststand erreicht hatten, befand sich die spekulative Nettopositionierung an der Comex (New York Commodities Exchange) in der Nähe von Allzeithochs. Daher war der Goldmarkt potenziell anfällig für einen Abverkauf, vor allem wegen des geringen Handels während der Feiertage.

Gold wurde jedoch nicht abverkauft. Zum Jahresende tendierte es sogar nach oben. Diese Kursbewegung deutet darauf hin, dass sich die Positionierung strukturell auf ein höheres Niveau verschiebt, da sich Anleger inzwischen mit Long-Positionen wohlfühlen. Im Verlauf des Monats Dezember legte Gold um 53,29 US-Dollar (3,6 Prozent) auf 1.517,27 US-Dollar je Feinunze zu.

Der Goldmarkt fand Unterstützung durch den US-Dollar, da der U.S.-Dollar-Index (DXY) in den untersten Bereich seiner jüngsten Spanne fiel. Außerdem wurde Gold unterstützt, weil die Metallpreise, vor allem bei Kupfer und Palladium, deutlich zulegten. Der Grund dafür war die Aufschiebung des Wirtschaftskriegs zwischen den USA und China am 14. Dezember und die Bekanntgabe von Einzelheiten zur ersten Phase eines Handelsabkommens.

Goldpreis trotzte 2019 dem starken Aktienmarkt

Gold blieb unbeirrt vom boomenden Aktienmarkt, der weiterhin Allzeithochs verzeichnete. Inzwischen ist deutlich geworden, dass Aktien durch Liquidität der U.S. Federal Reserve (Fed) und Rückkäufe der Unternehmen Auftrieb erhalten. Laut Wall Street Journal zogen Anleger im Jahr 2019 bis zum 5. Dezember 135 Milliarden US-Dollar aus Fonds mit Konzentration auf US-Aktien ab. Dies war die größte jemals verzeichnete Rücknahme in einem Jahr. Verkäufe von Anlegern wurden durch Nettokäufe der Unternehmen mehr als wettgemacht.

Diese beziffert Goldman Sachs für 2019 auf insgesamt 480 Milliarden US-Dollar. Die Fed wiederum pumpte seit September durch Käufe von Treasuries über 400 Milliarden US-Dollar in das Finanzsystem, um den gestörten Repo-Markt zu stützen. Sie plant, diese Käufe 2020 mit monatlich 60 Milliarden US-Dollar fortzusetzen. Gold konnte zusammen mit dem Aktienmarkt steigen, denn ein Markt, der durch Liquidität und nicht durch Fundamentaldaten bestimmt wird, ist anfällig für Schocks, einen Liquiditätsrückgang oder andere Risiken.

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