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Immobilien „Die Häusermärkte werden weitere Zinserhöhungen schwer verkraften können“

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Deutsche Bank sieht keine Immobilien-Blase

Sollten die Zinsen dennoch weiter signifikant steigen, könnte das den Immobiliensektor auf die Probe stellen. „Wir glauben, dass die Häusermärkte weitere Zinserhöhungen schwer verkraften können“, so Möbert. „Weitere Investoren würden unter Zugzwang geraten und auch eine ausgewachsene Krise könnte bei weiteren massiven Zinserhöhungen in den Bereich des Möglichen rücken.“

Obwohl die Immobilienpreise zuletzt deutlich nachgegeben haben, sind die Experten der Deutschen Bank nach wie vor der Ansicht, dass die Hauspreise in Deutschland keine Blase darstellen. 

Volkswirt Johannes Mayr von der Anlagegesellschaft Eyb & Wallwitz blickt ebenfalls kritisch auf den Immobiliensektor, wenn es zu weiteren Zinserhöhungen kommen sollte. Der IWF geht in seinem Finanzstabilitätsbericht auf Sicht von drei Jahren von einem Preisrückgang von etwa 11 Prozent in den Industrieländern aus. Sollte es zu größeren Preisrückgängen analog zur Finanzkrise ab 2007 um 20 bis 30 Prozent. kommen, hätte dies „das Potenzial, eine Finanzkrise und eine Rezession auszulösen – auf nationaler wie auch auf globaler Ebene“, so Mayr.

Die Entwicklung der Preise zu Mieten in der Eurozone im Jahr 2022
Die Entwicklung der Preise zu Mieten in der Eurozone im Jahr 2022 © Deutsche Bank Research, OECD

Für Deutschland zeigt sich Mayr eher entspannt: Die große Finanzierungswelle mit Zinsbindungen von durchschnittlich zehn Jahren setzte 2015 ein, dementsprechend stehen Anschlussfinanzierungen erst ab 2025 an. „Für das Risiko eines Immobilien-Crashs in Deutschland ist also weniger das aktuelle Zinsniveau entscheidend, als vielmehr die Finanzierungskonditionen in den kommenden Jahren. Und für diesen Zeitraum erscheint ein zumindest wieder etwas niedrigeres Zinsniveau sehr wahrscheinlich.“

Gerade für mittelfristig orientierte Anleger könnte sich ein Blick auf den deutschen Immobilienmarkt lohnen, so der Experte. "Das gilt sowohl für Direktengagements als auch den Aktien- und Anleihenmarkt. Kurzfristig sollten Anleger sich aber auf Volatilität und Preisrückgänge einstellen."

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