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DZ Bank Ist die Aktien-Rally bald vorbei?

Rallye-Auto
Rallye-Auto: Einige Aktien haben noch Luft nach oben. | Foto: Pexels / Mykola Volkov

Die Aktienmärkte befinden sich im Teflon-Modus. Und dieser macht eine Fortsetzung der Aktien-Rallye bis in das Jahr 2022 hinein wahrscheinlich, schreibt Christian Kahler in seiner aktuellen Analyse für die DZ Bank. Entgegen einiger Pessimisten hält Kahler an seiner Ansicht fest, dass es unklug wäre, sich zum jetzigen Zeitpunkt vom Aktienmarkt zu verabschieden. Schließlich sei die Stärke des Kursaufschwungs bemerkenswert. Allein 2021 erreichte der S&P 500 bislang 48 neue Höchststände. Die Zuwächse allerdings sind geringer als im Jahr 2020.

Sorgen machen muss diese Entwicklung aus Kahlers Sicht nicht. Er verweist auf historische Daten: Der Blick auf das Shiller-KGV zeige, dass der US-Aktienmarkt von den 1870er bis zu den 1980er-Jahren zuverlässig zu seiner langfristigen Durchschnittsbewertung zurückkehrte. Ebenfalls wichtig: Der Index verbrachte ungefähr gleich viel Zeit über und unter diesem Durchschnitt. Die Anleger könnten daher davon ausgehen, dass ein teurer Markt billiger und ein billiger Markt teurer werden würde, so Kahler.

Die Frage sei jedoch, schreibt Kahler, inwieweit diese Zusammenhänge noch gelten. Schließlich sind die Zinsen in den letzten 40 Jahren gefallen und bleiben auch in Zukunft niedrig. Tatsächlich sank der S&P 500 seit 1990 nur selten unter seinen langfristigen Durchschnittswert, mit der bemerkenswerten Ausnahme der Zeit um die Finanzkrise 2008. Weder die Dotcom-Pleite Anfang der 2000er-Jahre noch der durch Corona ausgelöste Ausverkauf im Frühjahr 2020 konnten den Markt bremsen.

Da die Volatilität moderat ist und der Aufwärtstrend bei den Gewinnen anhält, scheint das Warten auf große Rücksetzer am Aktienmarkt, nach Ansicht von Kahler, keine sinnvolle Strategie zu sein. Anleger, die in jüngerer Vergangenheit praktisch bei jeder kleinen Kursdelle kauften, sehen heute hohe Renditen.

Bedingungen für harte Korrekturen sieht Kahler aktuell nicht erfüllt. Er schreibt, dass die vorherrschende Stimmung weder einen Zustand starker Überkauftheit noch übermäßigen Optimismus darstelle. Zudem seien auch bei vielen Qualitätsunternehmen die Bewertungsmultiplikatoren gesunken und die Fundamentaldaten hätten sich verbessert. Hier baue sich weiteres Kurspotenzial auf.

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