Themen
TopThemen
Fonds
Fondsvergleich Märkte Finanzberatung
Versicherungen
Boulevard
Experten
Denker der Wirtschaft
Krypto
Services
Academy Newsletter Veranstaltungskalender
Beschädigte Öl-Raffinerie im saudi-arabischen Abkaik nach dem Raketenangriff vom 14. September 2019. | © Getty Images

Leicht entzündlich

Warum Experten mit einem steigendem Ölpreis rechnen

Mit minimalem Aufwand maximalen Schaden anrichten? Wie das geht, ist am 14. September in Abkaik zu beobachten. In der Wüstenstadt nahe dem Persischen Golf steht Saudi-Arabiens wichtigste Öl-Raffinerie. Kurz vor vier Uhr morgens schlagen Marschflugkörper und Drohnen in der Anlage ein, die wenig später in Flammen steht.

Das in Abkaik veredelte Rohöl macht allein rund 5 Prozent der weltweiten Ölproduktion aus. Lieferziel sind vor allem die Metropolen in Fernost. Den Attentätern gelang es mit dem Angriff, der noch eine weitere saudi-arabische Ölfabrik in Khurais traf, auf einen Schlag die Hälfte der Ölproduktion im Königreich auszuschalten. Rund 5 Millionen Fässern mit jeweils 159 Litern (Barrel) soll der tägliche Produktionsausfall entsprechen. Saudi-Arabien rangiert auf der Liste der größten Ölproduzenten knapp hinter den USA und Russland auf dem dritten Platz.

Allen angestrebten Energiewenden zum Trotz hält Öl nach wie vor rund um den Globus die Wirtschaft am Laufen. Der Anschlag zielte also direkt ins Herz der weltweiten Energieversorgung. Der Ölpreis sprang infolgedessen schlagartig nach oben. Mehr als 69 US-Dollar kostete ein Barrel der Sorte Brent am 16. September. Fünf Wochen zuvor am 7. August standen noch lediglich 56 US-Dollar auf dem Preisschild. Damit verteuerte sich der Preis des schwarzen Goldes in dieser Zeit um ein knappes Viertel.


Das ist leicht nachvollziehbar, galt Saudi-Arabien doch als einer der stabilsten und am wenigsten gefährdeten Produzenten. Auch die Raffinerie in Abkaik soll durch umfassende Schutzmaßnahmen gesichert gewesen sein: „Wenn schon ein verhältnismäßig simpler Drohnenangriff 5 Prozent der Weltproduktion ausschalten kann, entsteht selbstverständlich die Angst vor größeren Einbrüchen des Angebots“, sagt Rohstoffexperte Alexander Weiss vom österreichischen Fondsanbieter Erste Asset Management.

nach oben