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Symbolskulpturen Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse: Auch die europäische Fondsindustrie bekam die Corona-Krise deutlich zu spüren. | © imago images / Jan Huebner Foto: imago images / Jan Huebner

Europäische Fonds-Flüsse

Die Gewinner- und Verliererfonds des ersten Quartals

Das alles beherrschende Thema des ersten Quartals 2020 war das Corona-Virus. Die Pandemie, die sich ab Januar 2020 weltweit auszubreiten begann, schickte viele Volkswirtschaften in die Zwangspause.

Auch in der europäischen Fondsindustrie hat Corona einen deutlichen Fußabdruck hinterlassen. Das Analysehaus Refinitiv Lipper hat ihn vermessen: Von Anfang Januar bis Ende März dieses Jahres zogen Anleger demnach 125,9 Milliarden Euro netto aus in Europa aufgelegten Fonds ab. Deren Volumen verringerte sich in dem Zeitraum von 12,3 auf 10,6 Billionen Euro. Ursache des Rückgangs waren neben den Verkäufen durch Anleger in erster Linie die Märkte, die bedingt durch Lockdown-Maßnahmen massiv einbrachen.

Von der Kapitalmarktflucht waren allerdings nicht alle Fondstypen gleichermaßen betroffen. In einigen Bereichen registrierten Fondsanbieter sogar Zuflüsse: So wählten viele Anleger Geldmarktprodukte, um Mittel sicher aufbewahrt zu wissen. Mit einem Plus von 34,4 Milliarden Euro verzeichneten Geldmarktfonds in den ruckeligen Monaten Januar bis März die bei weitem höchsten Zuflüsse. Darüber hinaus verkauften sich auch Rohstofffonds recht ordentlich. Angesichts von Corona-Epidemie und gleichzeitigem Ölpreiseinbruch gingen sie mit einem Netto-Plus von 5,5 Milliarden Euro aus dem ersten Quartal hervor.  Über das gesamte Jahr 2019 gesehen hatten dagegen mit 8,1 Milliarden Euro Zuflüssen noch global anlegende Aktienfonds die Nase vorn gehabt.

Am heftigsten traf die Krise Anleihefonds. Sie verzeichneten im ersten Quartal Nettoabflüsse von 73,9 Milliarden Euro.

Geschätzte Nettoverkäufe bei Fonds unterschiedlicher Anlageklassen

Grafik: Refinitiv Lipper, European Fund Industry Review – Q1 2020 

Ein Extra-Augenmerk warf Lipper auf ETFs: 2019 waren die börsengehandelten Indexfonds bei Anlegern ein überaus beliebtes Finanzinstrument, zum Jahreswechsel hüteten sie ein Vermögen von 870 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2020 flossen dagegen 10,1 Milliarden Euro aus ETFs ab. Insgesamt dampften ihr Volumen bis Ende März – mit bedingt durch die Kurseinbrüche – auf 719,2 Milliarden Euro ein.

Den eifrigsten Fondsverkauf im ersten Quartal betrieb laut Refinitiv Lipper übrigens der Finanz-Gigant Goldman Sachs. Die Investmentbank  mit angeschlossenem Fondshaus nahm 14,1 Milliarden Euro netto aus Fonds-Anteilsverkäufen ein. Damit übertrumpfte sie sowohl Vanguard (plus 8,9 Milliarden Euro) als auch die Schweizer Großbank UBS (plus 5,1 Milliarden Euro).

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