New Yorker Börse: 2020 sollten Anleger bei Aktien besser auf die Euphorie-Bremse treten, meint Vermögensverwalter Uwe Eilers. | © Getty Images Foto: Getty Images

Tipps vom Vermögensverwalter

Wie Anleger 2020 ihr Vermögen allokieren sollten

Uwe Eiler
Foto: FV Frankfurter Vermögen

Der Start in das Jahr 2020 ist für die meisten Aktienmärkte geglückt: Der Dow Jones stieg bereits innerhalb der ersten beiden Wochen um ein Prozent, der Eurostoxx 50 um 1,2 Prozent und der Dax gar um 2,5 Prozent, der Nasdaq auch um hervorragende 2,7 Prozent. Dies ist umso bemerkenswerter vor dem Hintergrund, dass gerade der Ranghöchste Militär des Iran durch die USA getötet wurde und der Iran entsprechende Gegenmaßnahmen einleitete. Eine weitere Eskalation kann trotz aktueller Zurückhaltung nicht ausgeschlossen werden.

Zwar klangen zuletzt die Töne im Handelskonflikt zwischen China und den USA versöhnlicher, aber ob eine tragfähige Gesamtlösung gefunden wird, ist noch völlig unklar. Daneben steht der Brexit nun offenbar fest. Wie dieser letztendlich umgesetzt wird, steht noch in den Sternen. Es hängt davon ab, ob eine deutliche Verlängerung des Austritts aus der EU vereinbart werden kann oder ob es doch noch zum Hard Brexit kommt. Die nötigen Arbeitsmarkt- und Rentenreformen sowohl in Italien, Frankreich und Deutschland kommen entweder nicht voran oder werden gar nicht angegangen.

Eine harte Landung der europäischen und amerikanischen Wirtschaft kann möglicherweise vermieden werden und die Bewertung der Aktien im Vergleich zu den konkurrierenden Anlageformen Anleihen und Immobilien ist nach wie vor recht günstig. Somit spricht langfristig nach wie vor alles für Aktieninvestments und hohe Aktienquoten. Aber zur Beachtung: Die Stimmung nach dem guten Aktienjahr 2019 ist überaus gut und gerade das sollte zur Vorsicht für 2020 mahnen.

Also doch Euro-Anleihen ohne Zins oder mit Negativzins kaufen? In dem Anlagesegment ist leider eine Verzerrung durch die EZB dermaßen hoch, dass das Chance-Risiko-Verhältnis nicht stimmt. Somit Finger davon!
Die Alternativen sehen wir in Währungen außerhalb der Euro-Zone. Vor allem sind nach wie vor viele Währungen der aufstrebenden Volkswirtschaften günstig bewertet, so dass ein Einstieg dort noch auskömmliche Renditen verspricht. Beispiele dafür sind: Russland, Polen, Indien, Peru, Mexiko, Süd Afrika, etc. Ein fundiertes Wissen ist in dem Segment allerdings unabdingbar, um Fehlgriffe wie Argentinien, Venezuela, Türkei, etc. zu vermeiden. Alternativ dazu kann ein Teil im US-Dollar angelegt werden, wenngleich man auch dabei die Währungsrisiken im Griff haben sollte.

Fazit

Aktien können zwar langfristig weiter deutlich steigen, aber in 2020 sollte man eher auf die Euphorie-Bremse steigen und eher niedrigere Aktienquoten fahren. Alternativ kann man überlegen, in Fremdwährungsanleihen mit auskömmlichen Renditen zu investieren. Eine tiefgehende Analyse ist dabei allerdings sehr ratsam.


Über den Autor:
Uwe Eilers ist Vorstand der Vermögensverwaltung FV Frankfurter Vermögen in Königstein, Taunus.

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