Impfzentrum in Los Angeles Foto: imago images / ZUMA Wire

Mit Rückschlägen rechnen

Warum die Ruhe am Aktienmarkt trügt

4.000, 15.000, 30.000: S&P 500, Dax und Dow Jones eilen von einem Rekordhoch zum nächsten. Gleichzeitig fallen die gerne als Fieberkurve der Märkte bezeichneten Volatilitätsindizes immer weiter und nähern sich zunehmend den Vor-Pandemie-Ständen. Das amerikanische Angstbarometer Vix erreichte seit dem Anfang des vergangenen Jahres mehrfach Spitzenwerte von 40 bis 80 Punkten. Aktuell notiert das amerikanische Angstbarometer bei circa 17 Zählern und damit auf dem tiefsten Niveau seit rund einem Jahr. Beim deutschen V-Dax New zeigt sich ein ganz ähnliches Bild. Ist diese Sorglosigkeit tatsächlich berechtigt?

Dank der angelaufenen Impfkampagnen herrscht gefühlte Unbekümmertheit, auch wenn es hier und da noch Anlaufschwierigkeiten gibt. Das immer klarer werdende Licht am Ende des Tunnels hat die Anleger zurück an die Börsen gelockt.

Unterstützt wird der Optimismus von gigantischen staatlichen Stimulierungsmaßnahmen für die Konjunktur in den USA, die zunächst 1.900 Milliarden US-Dollar als finanzielle Hilfe unters Volk brachten und nun an einem Infrastrukturpaket in Höhe von rund 2.000 Milliarden US-Dollar arbeiten, das allerdings über zehn Jahre verteilt werden soll. Ein drittes Konjunkturprogramm ist bereits angedacht.

USA bestimmen das Tempo

Kein Wunder, dass der IWF erneut seine Prognose nach oben schrauben musste. Für die Weltwirtschaft wird nun ein Wachstum von sechs Prozent erwartet. Das sind noch einmal 0,5 Prozentpunkte mehr als bei der Prognose vom Januar. Und im vergangenen Jahr war die globale Konjunktur um 3,3 Prozent geschrumpft. Die Vereinigten Staaten powern mit 6,4 Prozent voran. Aber selbst die Vorhersagen für die schleppend verlaufende Erholung in der Eurozone wurden dank der Spill-over-Effekte des US-amerikanischen Programms auf 4,4 Prozent für 2021 angehoben.

Der Boss der US-Großbank JP Morgan spricht gar von einem post-pandemischen Boom, der über 2021 hinaus gehen dürfte, und von einem möglichen Goldilocks-Szenario, also einem soliden Wirtschaftswachstum bei gleichzeitig vergleichsweiser niedrigen Zinsen und mäßiger Inflation. Hinzukämen allein bei US-Bürgern 2.000 Milliarden US-Dollar an (neuen) überschüssigen Ersparnissen. Zum Vergleich: In Deutschland haben die Menschen Corona-bedingt zusätzlich rund 150 Milliarden Euro auf die hohe Kante gelegt, die jetzt die in den Konsum fließen könnten.

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