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Ein Mitarbeiter der Unicef gibt Trinkwasser aus | © Getty Images

Erste-AM-Analyst zur Wasserknappheit Mehr als bloß ein Tropfen auf dem heißen Stein?

Das World Resources Institute hat eine Unterteilung des Wasserrisikos in physische, regulative und Reputationsrisiken vorgenommen und davon 12 Schlüsselindikatoren abgeleitet um eine Evaluierung der weltweit wichtigsten Wassereinzugsgebiete vornehmen zu können.

Beispielsweise wird bei den physischen Risikoindikatoren das Verhältnis der jährlichen Wasserentnahme zum Angebot an Wasser, die Häufigkeit von Fluten oder der Schweregrad von Dürreperioden gemessen. Ebenso wird die Rücklaufquote erhoben, also jene Wassermenge, die nach der Verwendung wieder rückgewonnen wird, sowie der Wasseranteil, der durch geschützte Ökosysteme bereitgestellt wird.

Der Anteil an Süßwasser-Amphibien, die nach IUCN (Internationale Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen) als gefährdet eingestuft sind, stellt einen Indikator für das regulative Risiko dar: Ein hoher Anteil impliziert sensible Ökosysteme, die zukünftig verschärfte Regulierungen bei der Wasserentnahme zur Folge haben können. Denn vielerorts stammen Regulierungen aus Perioden mit noch genügend Wasserreserven und sind mittlerweile überholt. OECD-Angaben zufolge hat sich alleine die Entnahme aus Grundwasserreservoiren in den letzten 50 Jahren verzehnfacht, zwischen 2010 und 2055 wird ein weiterer Anstieg der Nachfrage nach Wasser um 55% prognostiziert.

Das Ergebnis dieser Risikoevaluierung ist der „Aqueduct Water Risk Atlas“ des World Resources Institutes, der eine weltweite Gegenüberstellung von Wasserrisiken auf regionaler Ebene ermöglicht. Jene Regionen mit einem geringen Wasserrisiko werden dabei hellgelb eingefärbt, jene mit einem hohen Wasserrisiko dunkelrot, Regionen ohne ausreichende Daten grau.

Overall Water Risk

                                 Quelle:  https://www.wri.org/resources/maps/aqueduct-water-risk-atlas

Beispielhaft seien die folgenden Risiko-Regionen erwähnt, die in jüngerer Vergangenheit mit Wasserverknappung zu kämpfen hatten: Kalifornien hatte 2014 mit einem Dürre-Notstand zu kämpfen, der mit mehreren Waldbränden und einer Absackung des Bodens einherging. Kapstadt sah sich Anfang dieses Jahres zu drastischen Wassersparmaßnahmen gezwungen um den sogenannten Day Zero (=Tag ohne Wasser) zu verhindern.

Wasser(-mangel) als globales Risiko

Eine globale Wasserkrise wird vom World Economic Forum unter Berücksichtigung der möglichen Auswirkungen als fünftgrößtes Risiko für 2018 gewertet. Generell wird das Risiko einer Wasserverknappung seit 2012 konstant unter den 5 größten Risiken angeführt. An zweiter Stelle der globalen Bedrohungen stehen für 2018 extreme Wetterereignisse. Hier gibt es direkte Zusammenhänge: Die bereits existierende Wasserkrise kann auf fehlende Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zurückgeführt werden, der wiederum in Verbindung mit extremen Wetterereignissen steht.

Durch längere Trockenperioden und intensivere Niederschläge kann der ausgetrocknete Boden die Regenmassen nicht mehr aufnehmen wodurch Wasser oberirdisch abrinnt und weniger Grundwasserneubildung wahrscheinlich ist. Nach Angaben des World Resources Institutes leben derzeit eine Milliarde Menschen in Regionen mit knappen Wasserressourcen. Bis 2025 könnte sich diese Zahl auf 3,5 Milliarden Menschen erhöhen. Die häufigsten Ursachen für Wasserknappheit sind die Verschmutzung von Wasser und die damit verbundene Bedrohung von Süßwasserquellen sowie der Klimawandel, der Dürreperioden sowie Fluten verstärkt, Niederschlagsrhythmen verändert, das Schmelzen von Gletschern beschleunigt und damit das Angebot an Wasser verändert.

Da ohne Wasser den Menschen die Lebensgrundlage fehlt, kann die Wasserverknappung in massiven Flüchtlingsbewegungen resultieren, die globale Auswirkungen über die betroffenen Gebiete hinaus haben. Man spricht deshalb mittlerweile von einem Risiko mit gesellschaftlichen Auswirkungen.

Wasser als Fußabdruck

Die Erste AM hat sich im Jahr 2015 dazu entschieden, als erste KAG in Österreich den Montreal Carbon Pledge zu unterzeichnen und dadurch verpflichtet, den CO-Fußabdruck der relevanten Aktienbestände zu veröffentlichen. Mit der Unterzeichnung und dem damit verbundenen koordinierten Vorgehen bedeutender Assetmanager konnte entsprechender Druck auf Unternehmensseite aufgebaut werden, um die Veröffentlichung von CO2–Daten voranzubringen. 

Eine ähnliche Erfolgsgeschichte soll die in Österreich erstmalige Berechnung des Wasserfußabdrucks für die nachhaltigen Aktienfonds der Erste AM schreiben. Eine gesamtheitliche Analyse darf sich nicht auf die Messung des CO2-Ausstoßes beschränken.

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