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Wohnungsmarkt Das ist seit dem Ende des Berliner Mietendeckels passiert

Ein Neubaugebiet in Berlin
Ein Neubaugebiet in Berlin: „Vom Mietniveau, das ohne den Mietendeckel erreicht worden wäre, ist Berlin noch entfernt“, meint Felix Kusch, Manager bei Immowelt. | Foto: Imago Images / Schöning

Das Ifo-Institut und Immowelt haben ein Jahr nach dem Wegfall des Berliner Mietendeckels den Wohnungsmarkt analysiert. Das Ergebnis: Die Angebotsmieten von Bestandswohnungen sind nicht so hoch gestiegen wie erwartet.

Vor fast einem Jahr hat das Bundesverfassungsgericht den Berliner Mietendeckel für nichtig erklärt. Seitdem sind die Angebotsmieten von Bestandswohnungen, die vom Gesetz erfasst wurden, um 2 Prozent gestiegen. „Der Anstieg bei den Bestandsmieten fällt infolge des Mietendeckel-Aus geringer aus als zunächst befürchtet. Die erwarteten Nachholeffekte blieben bisher größtenteils aus“, so Felix Kusch, Manager bei Immowelt. „Vom Mietniveau, das ohne den Mietendeckel erreicht worden wäre, ist Berlin somit noch entfernt.“

Laut des Analysten liegt das daran, dass allein von der Ankündigung des Mietendeckels im Juni 2019 bis zum Aus vor einem Jahr die Angebotsmieten noch um 10 Prozent gesunken seien. Dass es sich dabei um keinen deutschlandweiten Trend handele, zeige ein Vergleich mit 13 anderen deutschen Großstädten. Dort seien die Mieten im gleichen Zeitraum weiter gestiegen. 


Zweiteilung des Berliner Wohnungsmarkts vorerst gestopp

Ein weiterer Effekt des Mietendeckels war das Auseinanderdriften des Wohnungsmarkts. Während die Mieten von regulierten Wohnungen gesunken sind, haben sich die Mieten von unregulierten Neubauten (Baujahr ab 2014) verteuert. Durch das Mietendeckel-Aus nähern sich die Preise der zwei Wohnungsklassen in Berlin wieder an. Im Gegensatz zu den regulierten Bestandswohnungen sind die Neubaumieten um 8 Prozent gesunken.

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Der Mietendeckel hat außerdem dazu geführt, dass das Angebot an regulierten Mietwohnungen stark eingebrochen ist. Und auch nach dem Urteil des Verfassungsgerichts hat sich die Zahl an Inseraten nicht mehr signifikant verändert.

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Auch dafür haben die Analysten eine Erklärung: Zum einen seien viele Wohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt worden, weil die Vermietung unrentabel wurde. Zum anderen sei es auch denkbar, dass Vermieter in Zukunft neue Versuche für die Durchsetzung eines Mietendeckels erwarten und deshalb nach wie vor freiwerdende Mietwohnungen verkaufen oder selbst nutzen.

Ein weiterer Grund für die stagnierenden Mietangebote könnte die gesunkene Umzugsbereitschaft sein. Mieter, die durch die niedrigen Mieten infolge des Mietendeckels profitiert haben, dürften wenig Anreize für einen Umzug in eine teurere Wohnung haben.

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