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BlackRockLesedauer: 4 Minuten
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Steigende Inflationserwartungen 3 neue Impulsgeber für Gold

Minen-Laster in Südamerika
Minen-Laster in Südamerika: Das Goldangebot geht zurück; 2020 war das zweite Jahr in Folge, in dem die Fördermengen der Goldminen gegenüber dem Vorjahr geschrumpft sind. | Foto: imago images / Westend61

Seit März 2020 steigen die Inflationserwartungen. Wesentliche Treiber sind die beispiellosen Liquiditätsspritzen der Zentralbanken sowie das infolge der globalen Impfkampagnen anziehende Wirtschaftswachstum. Die US-Währungshüter nehmen nach ihrem geldpolitischen Kurswechsel nun ein Überschreiten ihrer Inflationsziele in Kauf, um das vorherige Unterschreiten auszugleichen.

In Übereinstimmung mit dem BlackRock Investment Institute (BII) sehen wir gute Gründe dafür, dass die Inflationserwartungen sich in diesem Jahr weiter verstärken könnten. In seinem jüngsten Ausblick hat das BII drei neue inflationäre Kräfte genannt, die es zu berücksichtigen gilt: Weltweit steigende Produktionskosten, die Tendenz der Zentralbanken, künftig ein zeitweiliges Überschreiten ihres Inflationsziels zuzulassen, und politischer Druck, die Zinsen angesichts der hohen Staatsschulden niedrig zu halten.

In Marktphasen mit zunehmenden Inflationserwartungen haben sich Rohstoffaktien bisher in der Regel absolut und verglichen mit den breiten Aktienmärkten stark entwickelt.

Aktienmärkte mit hohen Bewertungen

Trotz der coronabedingten Kurseinbrüche im Februar und März entwickelten sich die breiten Aktienmärkte 2020 insgesamt gut und setzten ihren 2009 begonnenen Aufwärtstrend fort. Diese positive Entwicklung hält auch 2021 an, nachdem die Volkswirtschaften zu ihrer gewohnten Stärke zurückfinden. Die inzwischen hohen Aktienbewertungen machen viele Anleger jedoch nervös. So liegt das Shiller-KGV für den S&P 500 Index derzeit bei 38,3 – der Schnitt der vergangenen 50 Jahre beträgt lediglich 20,7. Für Anleger, denen diese Entwicklung Sorge bereitet, könnten die Branchen Energie und Bergbau eine gute Alternative darstellen. Ihre Bewertungen sind verglichen mit ihren langjährigen Durchschnittswerten derzeit chancenreich.

Viele Metalle profitieren von der Energiewende

Was bedeutet der Megatrend Nachhaltigkeit für Rohstofffirmen? Im Kampf gegen den Klimawandel setzt die Welt zunehmend auf kohlenstoffärmere Lösungen – mit Folgen für die weltweite Rohstoffnachfrage. Dieser Trend könnte für einige Rohstoffe von Nachteil, für andere wiederum durchaus vorteilhaft sein. So gibt es Bergbauerzeugnisse, die für eine kohlenstoffärmere Wirtschaft unverzichtbar sind, wie Kupfer, Lithium, Kobalt und Nickel. Zudem dürften sich im Energiesektor strukturelle Gewinner herausbilden, sofern sich die Energiewende beschleunigt.

Für unser Team sind Nachhaltigkeitsfaktoren schon seit einigen Jahren fester Bestandteil des Anlageprozesses. ESG-Analysen von Rohstofffirmen erfordern jedoch einen pragmatischen Ansatz. Die Geschäftsaktivitäten der Unternehmen, in die wir im Auftrag unserer Kunden investieren, haben unweigerlich Auswirkungen auf die Umwelt. Daher ist es nicht nur wichtig, sondern unerlässlich zu bewerten, welche Folgen ESG-bezogene Risiken für die Finanzlage eines Unternehmens haben. Anhand von Daten und einem aktiven Dialog mit den Firmen können wir mögliche Anlagerisiken oder -chancen besser beurteilen. Wir sind zudem überzeugt, dass eine gute ESG-Bilanz langfristig Werte für alle Interessengruppen im Rohstoffsektor schafft. So ist es beispielsweise von zentraler Bedeutung zu bewerten, wie Unternehmen mit den wichtigsten Interessengruppen in den Regionen und Ländern umgehen, in denen sie tätig sind. Nur so lässt sich sicherstellen, dass der Nutzen angemessen verteilt ist.

Gold strukturell gut unterstützt

Angesichts der anziehenden Aktienmärkte gab der Goldpreis im ersten Halbjahr 2021 um 7 Prozent auf 1.765 US-Dollar je Feinunze nach. Für Gegenwind sorgten steigende Nominalrenditen und die sinkende Nachfrage nach sicheren Häfen.

Wir sehen jedoch neue Impulsgeber im zweiten Halbjahr 2021: Nachdem seit einem Jahr die Goldpreise deutlich gestiegen, die Kosten der Minengesellschaften aber meist relativ stabil geblieben sind, verbuchen die Goldproduzenten ein höheres Gewinnwachstum und verbesserte freie Cashflows. Wir beobachten sektorweit ein gegenüber den vergangenen Jahren verändertes Verhalten, denn viele Unternehmen geben das freie Kapital in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an die Anleger zurück. Dies spiegelt sich im World DataStream Gold Mining Index wider, dessen Dividendenrendite aktuell die des S&P 500 Index übersteigt.

Außerdem erwarten wir, dass die Nachfrage zu Anlagezwecken auch 2021 der entscheidende Swing-Faktor für den Goldpreis bleiben wird. Zwar haben sich die Erwartungen der Anleger an einen steigenden Goldpreis eher eingetrübt, worauf die Kapitalabflüsse aus physisch besicherten Gold-ETFs und der Rückgang der Netto-Long-Positionen am Terminmarkt hindeuten. Zugleich aber stellen die Börsen immer neue Rekorde auf, während coronabedingte Unsicherheiten über das künftige Weltwirtschaftswachstum virulent bleiben. Deshalb gibt es gute Gründe für Anleger, stärker in Gold zu investieren und damit ihr Portfolio zu diversifizieren.

Impulse kommen nicht zuletzt auch von der Angebotsseite: 2020 war das zweite Jahr in Folge, in dem die Fördermengen der Goldminen gegenüber dem Vorjahr geschrumpft sind. Die Investitionskürzungen der Vorjahre, die seit Jahren immer geringere Zahl neu entdeckter nennenswerter Goldlagerstätten sowie Betriebsstörungen aufgrund der Corona-Krise bremsen das Neuangebot am Goldmarkt und stützen den Preis.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.
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