Aktualisiert am 12.08.2019 - 15:28 UhrLesedauer: 4 Minuten
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Brian Levitt, Invesco Aktienmärkte sind wahre Stehaufmännchen

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2015: Angst vor möglichen EU-Austritt Griechenlands

Rückblick auf ein weiteres Ereignis, dass bei Anlegern für Aufregung sorgte: Nach dem Wahlsieg der Linkspartei Syriza um ihren Vorsitzenden Alexis Tsipras im Jahr 2015 in Griechenland, prognostizierten Marktbeobachter umgehend Massenaustritte aus der Europäischen Union (EU). Erst sollte Griechenland den Euroraum verlassen, dann sollten andere Peripherieländer folgen. Doch auch diese Befürchtungen bewahrheiten sich nicht. Anfang Juli 2019 gewinnt die bisherige konservative Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND) die Parlamentswahlen, Mitte Juli 2019 geht Griechenland erfolgreich mit einer siebenjährigen Anleihe an den Kapitalmarkt.

2019: Donald Trumps Zolldrohungen und die inverse Zinskurve

Insbesondere im laufenden Jahr haben einige Ereignisse für Verunsicherung bei Anlegern gesorgt. Vor sechs Monaten gingen wir noch von einer Zinsanhebung durch die US-Notenbank aus, jetzt jedoch erwarten wir eine Zinssenkung. Im Mai machten uns potenzielle US-Zölle auf mexikanische Güter Sorgen, die dann allerdings von der Regierung um US-Präsident Donald Trump ausgesetzt wurden.

Anfang Juli bereitete uns die inverse Zinskurve Bauchschmerzen. Mitte Juli allerdings war der Spread zwischen dem Kurs der 10-jährigen US-Staatsanleihen und dem Kurs einmonatiger US-Bonds praktisch flach: Ich könnte noch beliebig viele Beispiele liefern, aber ich glaube, diese Aufzählung reicht.

Angst als wichtiges Erbe der Evolution

Fest steht: Ohne Angst wäre die Menschheit nicht, was sie heute ist. Evolutionsbiologen haben herausgefunden, dass Angst und Sorge gute Ratgeber für uns Menschen waren. Es war durchaus sinnvoll, dass unsere Vorfahren beispielsweise vor einem Säbelzahntiger geflüchtet sind.

Aus diesem Grund reagieren Menschen auch heute noch mit Flucht auf Situationen, die sie als bedrohlich wahrnehmen – auch dann, wenn sie eigentlich eher langfristigere Ziele verfolgen. Das Problem für Anleger besteht meiner Ansicht nach darin, dass je mehr sie auf unmittelbare Risiken überreagieren, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihre langfristigen Ziele erreichen.

Fazit: Bei Kursschwankungen ruhig bleiben

Schaffe ich es inzwischen, mir keine Sorgen mehr zu machen und gut mit den Kursschwankungen und den immer neuen Nachrichten rund um die Uhr klarzukommen? Nicht ganz. Doch es beruhigt mich, auf die Lehren der Marktgeschichte zurückzublicken und mich bei meiner Anlagestrategie vor allem auf langfristige Trends zu konzentrieren, statt besorgt auf kurzfristige Ausschläge zu reagieren. Und so freue ich mich darüber, dass ich meinen langfristigen Anlagezielen immer näherkomme und mir auf dem Heimweg kein Säbelzahntiger auflauert.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.
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