Clean Shares bei der DWS „Steuer-Nachteile vermeiden“

Hagen Schremmer ist Mitglied der Geschäftsführung bei der DWS und fürs Privatkundengeschäft zuständig | © DWS

Hagen Schremmer ist Mitglied der Geschäftsführung bei der DWS und fürs Privatkundengeschäft zuständig Foto: DWS

DAS INVESTMENT: Welche Rolle spielen Clean Share Classes in Ihrem Haus?

Hagen Schremmer: Provisionsfreie Anteilsklassen sind ein wachsender Bereich in unserem Angebot, mit dem wir die sich verändernden Geschäftsmodelle unserer Vertriebspartner unterstützen und auch auf regulatorische Erfordernisse reagieren. So werden in der Honorarberatung, im Versicherungsvertrieb oder in der Vermögensverwaltung Clean Share Classes weiter an Bedeutung gewinnen. Denn so lässt sich beispielsweise das aufwendige und für den Anleger teilweise steuerlich nachteilige Auskehren von Vertriebsprovisionen vermeiden. Ebenso sind diese Anteilsklassen für unsere Vertriebspartner in Ländern wie Großbritannien oder den Niederlanden interessant, in denen die Einbehaltung von Provisionen untersagt ist.

Wie viel Geld liegt drin?

Schremmer: Die DWS hat viele Clean-Share-Anteilsklassen erst Ende 2017 beziehungsweise Anfang 2018 eingeführt. Für eine repräsentative Aussage zum verwalteten Vermögen in den jeweiligen Anteilsklassen ist es daher zum aktuellen Zeitpunkt noch zu früh.

Wie wollen Sie sich in Bezug auf Clean Share Classes weiter verhalten?

Schremmer: Wir orientieren uns bei der Entwicklung neuer Produkte prinzipiell eng an den Bedürfnissen der Kunden. Mit Blick auf Clean Share Classes bedeutet das, dass wir im Dialog mit unseren Anlegern und Vertriebspartnern deren Bedürfnisse ermitteln und entsprechend agieren.

Woran erkennt man bei Ihnen eine Clean Share Class?

Schremmer: Grundsätzlich sind bei der DWS die Anteilsklassen mit dem Zusatz TF als Clean Share Classes deklariert. TFD kennzeichnet die ausschüttende und TFC die thesaurierende Version.

Welche Merkmale hat eine Clean Share Class?

Schremmer: Für die Clean-Share-Anteilsklasse zahlt die Verwaltungsgesellschaft keine Bestandsprovision an die Vertriebsstelle. Dafür muss die Vertriebsstelle die im Verkaufsprospekt des betreffenden Fonds genannten Voraussetzungen erfüllen.

Welche Anleger haben Zugang zu dieser Anteilsklasse?

Schremmer: Die Klassen mit dem Zusatz TF sind drei Gruppen vorbehalten. Da sind zunächst die Anleger zu nennen, die Anteile über eine Vertriebsstelle mit Sitz in Großbritannien oder den Niederlanden kaufen. Aber auch wenn die Vertriebsstelle ihren Sitz in anderen Ländern hat, können Investoren diese Klasse zeichnen. Die Voraussetzung dafür ist, dass es dort eine gesonderte Gebührenregelung für unabhängige Beratungsleistungen oder diskretionäres Portfoliomanagement gibt. Und schließlich haben alle institutionellen Anleger im Sinne von Artikel 174, Absatz 2, des Luxemburger Gesetzes von 2010 Zugang. Nach der Verwaltungspraxis in Luxemburg sind das vor allem Kreditinstitute oder sonstige professionelle Akteure im Finanzsektor, Versicherer und Versorgungseinrichtungen. Als institutionelle Investoren gelten aber auch Gebietskörperschaften, wie die Verwaltungsorgane von Regionen, Provinzen, Kantonen und Kommunen, sofern sie eigenes Vermögen anlegen.

Gibt es Mindestanlagesummen?

Schremmer: Nein.