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in Stolls FondseckeLesedauer: 10 Minuten

Stolls Fondstrends Das sind die besten und schlechtesten Fonds und ETFs im Juli

Nasdaq-Sitz am Time Square in New York
Nasdaq-Sitz am Time Square in New York: Wachstumsaktien und Kryptowährungen drehten im Juli auf und bescherten Anlegern satte Gewinne. | Foto: imago images / Levine Roberts
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Bei etwas mehr als 3700 Punkten stand der amerikanische S&P 500 vor einem Monat – das war ein Minus von rund 25 Prozent gegenüber dem Allzeithoch aus dem vergangenen Dezember. Doch im Juli setzte der weltweit viel beachtete Index zur Klettertour an. Auf Dollar-Basis ging es für das US-Barometer im Juli um 9 Prozent nach oben. Der Technologieindex Nasdaq steigerte seinen Wert um über 12 Prozent.

Die freundliche Stimmung erfasste auch Europas Börsen. Der deutsche Leitindex Dax schloss am Freitag bei 13.484 Punkten. Für den Monat Juli steht ein Gewinn von rund 5,5 Prozent zu Buche. Das war der stärkste Juli-Anstieg für den deutschen Leitindex seit sechs Jahren. Der Eurostoxx 50 gewann 6 Prozent hinzu, der weltweite Index für Industrieländer (MSCI World) stieg um 10 Prozent.

Schwellenländeraktien, gemessen am MSCI Emerging Markets, hinken mit einem Plus von 2,4 Prozent den Industrieländern hinterher. Vor allem chinesische Aktien, deren Gewichtung hier mehr als 30 Prozent beträgt, drücken den Index nach unten. Sorgten sie im Vormonat noch für reichliche Gewinne, rutscht der iShares MSCI China ETF im Juli um rund 7 Prozent ab. In die entgegengesetzte Richtung marschierten Aktien aus Indien, die im Schwellenländerindex rund 13 Prozent der Unternehmen stellen. Sie gewinnen kräftig hinzu. Der Lyxor MSCI India ETF stieg um 12 Prozent.

Abwärts ging es für Rohstoffpreise. Viele Anleger scheinen hier eine Rezession einzupreisen. So korrigierten beispielsweise die Holzpreise um 20 Prozent, der Preis für WTI-Öl ermäßigte sich um 9 Prozent, Heizöl um 8,6 Prozent und Gold verbilligte sich um 2,5 Prozent.

Gute Geschäftszahlen der Big-Techs

Alles in allem blicken Anleger auf eine bemerkenswerte Rally, zumal die USA laut gängiger Definition nach dem Rückgang der Wirtschaftsleistung in zwei aufeinander folgenden Quartalen offiziell in einer Rezession stecken und die Inflation mit 9,1 Prozent den höchsten Stand seit mehr als 40 Jahren erreichte. Was dabei allerdings beachtet werden muss, ist, dass in die Errechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) die Höhe der Inflation einfließt. Die US-Wirtschaft ist ohne diesen Abzug im vergangenen Quartal um 7,8 Prozent gewachsen. Die statistische Schrumpfung der Wirtschaft ist letztlich keine reale Schrumpfung.

 

Für gute Laune sorgten in der letzten Woche die Geschäftszahlen von Apple, Microsoft und Alphabet, die durchweg Milliardengewinne beinhalteten. Das weckt Hoffnungen, dass der Absturz nicht so schlimm wird wie befürchtet. Zum anderen wurden auch die Aussagen der Notenbank positiv aufgenommen. Anleger hoffen, dass der Großteil der Zinswende hinter uns liegt.

Bärenmarktrally oder echte Trendwende?

Die große Frage ist, ob die Kursgewinne der letzten Tage bereits eine nachhaltige Trendwende darstellen. Oftmals folgt in einem übergeordneten Abwärtstrend nach kräftigen Aufwärtsbewegungen ein noch deutlicherer Absturz, bei dem das vorangegangene Tief noch unterschritten wird. Wann Bärenmärkte enden weiß niemand und jeder Anleger muss sich sein eigenes Bild machen. Zum Einstieg wird bekanntlich nicht geklingelt.

Die Experten sehen die aktuelle Situation zumindest nicht durchweg positiv. So warnte in der letzten Woche der als „Dr. Doom“ bekannte Ökonom Nouriel Roubini gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg vor einer schweren Rezession. Der Grund für seine negative Einschätzung: Die steigenden Zinsen. Laufen Kredite aus, müssen Schuldner, egal ob Hausbesitzer, Firmen oder Staaten, sie erneuern. Das führt jedoch zu viel höheren Zinsen, die sich viele dann nicht mehr leisten können. Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 ist der Schuldenberg so exzessiv angewachsen wie nie zuvor. Das führt Roubini zufolge zu einem explosiven Gemisch. Im Ernstfall drohe eine schwere Rezession, verursacht durch die globale Verschuldung von Staaten und Unternehmen.

Die Sorgen von morgen ändern jedoch nichts an den Gewinnen von heute. Nach Monaten der Tristesse sind plötzlich wieder Technologiewerte gefragt. Sie gehören zu den großen Gewinnern im Juli. Viele Aktien haben ihre Abwärtsfahrt unterbrochen. Anleger locken die mittlerweile günstigen Bewertungen. Immerhin liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) aller Nasdaq-Titel bei nur noch 22 und somit unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Im Juli führen deshalb zahlreiche Growth-Aktienfonds das Fonds-Ranking an, die in den Monaten zuvor regelrecht unter die Räder gekommen waren.

Eine Blaupause gönnen sich dagegen Substanzwerte, die zwar nicht abgeschmiert sind, aber klar hinter Wachstumswerten zurückbleiben. Value- und Dividendenfonds wie der DWS Top Dividende oder der Long Term Investment Fund (Sia) Classic gewinnen lediglich 2 Prozent hinzu und hinken dem Weltindex im Juli deutlich hinterher.