Exoten-Fondsmanager Sungho Im sucht Chinas künftige Wachstumsstorys

Sungho Im managt den Mirae Asset China Growth Equity. | © Mirae Asset Global Investments

Sungho Im managt den Mirae Asset China Growth Equity. Foto: Mirae Asset Global Investments

Chinas neue Mittelschicht zählt mittlerweile mehr als 100 Millionen Menschen. Damit umfasst sie jedoch weniger als ein Zehntel der Gesamtbevölkerung. Vom steigenden Durchschnittseinkommen im Land profitieren dürfte beispielsweise Kweichow Moutai, Produzent des äußerst populären, aus roter Hirse und Weizen hergestellten Branntweins Maotai.

Dessen Aktie ist daher aktuell der größte Einzeltitel im Portfolio von Sungho Im, Fondsmanager bei Mirae Global Investment mit Sitz in Hongkong. Der von ihm verantwortete Mirae Asset China Growth Equity besteht zu mehr als 60 Prozent aus Aktien der Konsumgüterbranche.

Hoch konzentriert

Weitere rund 25 Prozent entfallen auf Technologietitel. Hervorstechen hierbei die chinesischen Pendants zu den US-Börsenriesen Amazon und Facebook: Alibaba und Tencent stellen nicht nur die nächstgrößten Einzelpositionen, sie überragen auch mit einem Börsenwert von jeweils etwa 300 Milliarden US-Dollar alle übrigen Einzeltitel. Deren durchschnittliche Marktkapitalisierung liegt nur bei ungefähr einem Zehntel der beiden Tech-Riesen.

Mit aktuell lediglich 22 Titeln ist das Portfolio hoch konzentriert, die zehn größten Einzeltitel machen knapp zwei Drittel des Fondsvolumens aus. Die nach einem klassischen Bottom-up-Ansatz ausgewählten Aktien hält Manager Im durchschnittlich drei Jahre lang.

Da Im bevorzugt Wachstumsaktien kauft, liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis der enthaltenen Titel im Durchschnitt bei 21. Jeweils etwa ein Drittel der Aktien ist an der Börse in Hongkong, auf dem chinesischen Festland und in den USA gelistet. So verfüge beispielsweise die in New York gehandelte TAL Education Group über einen starken Markennamen und ein skalierbares Geschäftsmodell mit geringem Kapitalbedarf, sagt Im. Das Anbieten von Nachhilfeunterricht für die leistungsorientierte Jugend im Reich der Mitte hat er als künftige Wachstumsbranche mit guten Aussichten für Investoren am Aktienmarkt ausgemacht.

Verantwortlicher Investor

Weit weniger positiv sieht Im dagegen Unternehmen der chinesischen Umweltbranche. Obwohl sich Mirae den UN-Prinzipien für verantwortliches Investieren verpflichtet hat und alle infrage kommenden Firmen auch hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit untersucht, wird er dort kaum fündig.

„Ich bin persönlich ein großer Fan der erneuerbaren Energien“, sagt der sehr wählerisch agierende Fondsmanager. Aber: „Die Solarbranche ist noch immer abhängig von staatlichen Subventionen.“ Das Gleiche gelte auch für den Sektor Biotechnologie.

Und ebenso wie die Hersteller von Batterien für Elektrofahrzeuge hätten die Produzenten von Solarzellen ein bis dato ungelöstes Problem mit dem Recycling ihrer Güter. Dies dürfte in spätestens 15 oder 20 Jahren zu hohen Ausgaben führen. „Daher warten wir mit einem Engagement lieber so lange, bis sich diese Unternehmen als profitabel erwiesen haben.“