Amundi setzt auf Schwellenländer und Japan Reizvolle Bewertungen, fundamental gut unterlegt

Weiterhin sprudelnde Gewinne: Japan ist weltweit die Nummer drei unter den Volkswirtschaften | © Getty Images

Weiterhin sprudelnde Gewinne: Japan ist weltweit die Nummer drei unter den Volkswirtschaften Foto: Getty Images

Thomas Kruse, Investmentchef bei Amundi Deutschland

Sorgen der Anleger vor einer Abschwächung der US-Wirtschaft mit nachfolgender Rezession belasteten Risiko-Assets in den vergangenen Monaten. Wir erwarten jedoch, dass die globale Konjunktur, die sich im vierten Quartal 2018 eingetrübt hat, zum Ende des 1. Quartals 2019 hin wieder Fahrt aufnimmt. Zwar drücken höhere Lohnstückkosten und der Handelskonflikt zwischen den USA und China auf die Gewinne der Unternehmen. Wir sind jedoch der Meinung, dass die Bedenken vieler Anleger hinsichtlich der weiteren Entwicklung von Risiko-Assets übertrieben sind. Die aktuellen Bewertungen von Aktien und Anleihen spiegeln ungeachtet der kurzfristigen Rallye Anfang Januar übermäßige Rezessionsängste wider. Die fundamentalen Kennzahlen der Unternehmen insgesamt sind jedoch weiterhin vielversprechend. Die Gewinnprognosen (Gewinn je Aktie; Englisch earnings per share, kurz EPS) sehen insgesamt gut aus. Wir erhöhen daher in unseren Portfolios leicht das Risiko.

Trotz reizvoller Bewertungen mit Umsicht investieren

Im Zuge des herausfordernden Umfelds am Aktien- und Anleihenmarkt zu Beginn des Jahres hatten wir uns zunächst defensiv aufgestellt und unser Aktienengagement begrenzt. Hintergrund waren die abgeschwächte Dynamik der globalen Konjunkturentwicklung, teils nach unten korrigierte EPS-Schätzungen der Unternehmen sowie anhaltende geopolitische Risiken. Inzwischen bieten die teils sehr stark gefallenen Bewertungen Raum für einen schrittweisen Aufbau von Risiko-Assets im Portfolio. Wir nutzen die sich ergebenden Chancen allerdings mit großer Vorsicht und Umsicht. Es gilt weiterhin wachsam zu sein.

Im Hinblick auf Aktien bevorzugen wir Japan und die Anlageklasse Schwellenländer. Sowohl Japan als auch die Schwellenländer profitieren schon jetzt vom größeren Optimismus der Marktteilnehmer, dass sich die Konflikte lösen lassen. Doch trotz der reizvollen Bewertungen gehen wir entschieden selektiv vor. So scheinen China-Assets viele negative Nachrichten bereits eingepreist zu haben. Anleger sollten sich vom Nachrichtenstrom nicht täuschen lassen: Die Attraktivität hoher Dividendenrenditen von Unternehmen im HSCEI-Index (Hang Seng China Enterprises Index) bleibt ungebrochen.

Konjunkturentwicklung der Schwellenländer bleibt robust

Wir erwarten, dass der Rückenwind, der die Anlageklasse Schwellenländer begünstigt, auch 2019 anhalten wird: Hierzu zählen eine deutlich weniger aggressive Geldpolitik der US-Notenbank, eine Entspannung der US-amerikanischen und chinesischen Handelsbeziehungen sowie ein weiterhin moderates Wachstum in den Schwellenländern. Weil Assets aus den Schwellenländern unverändert mit weitgehend robusten Fundamentaldaten unterlegt sind, dürften die Zuflüsse der Anleger nach den Turbulenzen der vergangenen Monate bald wieder steigen.

Wir sehen jedoch ganz genau hin, in welchen Ländern wir investieren. Wir bevorzugen Volkswirtschaften in denen die Geldpolitik den Konjunkturzyklus unterstützt und halten Länderrisiken genau im Blick. Solange die US-Zinsen auf dem aktuellen Niveau bleiben, sehen die Bewertungen jetzt chancenreich aus. Besonders interessiert sind wir derzeit an Investments in Ländern mit hohen Unternehmensgewinnen. Zugleich sollten diese Gewinne auf einer robusten Basis stehen, damit die Unternehmen sie auch in Zukunft fortscheiben können.

Zu den Ländern, die wir in diesem Zusammenhang für sehr interessant halten, gehören Brasilien, Südafrika und Indonesien. Hier stimmen die fundamentalen Unternehmenskennzahlen. Sollte die Aufwertung des US-Dollars in Zukunft begrenzt bleiben, ergibt sich nicht zuletzt durch die erstarkenden Lokalwährungen für Anleger ein zusätzliches Renditepotenzial.

Soweit nicht anders angegeben, beruhen die hier enthaltenen Ansichten auf Recherchen, Berechnungen und Informationen von Amundi Asset Management und haben den Stand 15.01.2019. Diese Ansichten können sich jederzeit ändern, abhängig von wirtschaftlichen und anderen Rahmenbedingungen. Es gibt keine Gewähr, dass sich Länder, Märkte oder Branchen wie erwartet entwickeln werden. Diese Veröffentlichung ist kein Verkaufsprospekt und stellt kein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Anteilen in Ländern dar, in denen ein solches Angebot nicht rechtmäßig wäre. Außerdem stellt diese Veröffentlichung kein solches Angebot an Personen dar, an die es nach der jeweils anwendbaren Gesetzgebung nicht abgegeben werden darf. Amundi Deutschland GmbH ist ein Unternehmen der Amundi Gruppe.