Investitionen in Mobilität „Autonomes Fahren eröffnet Ertragschancen“

Ein selbstfahrendes Auto von Waymo: Seit Ende 2018 bietet die Google-Schwester in der US-Stadt Phoenix kommerzielle Taxifahrten mit Roboterautos an. | © Getty Images

Ein selbstfahrendes Auto von Waymo: Seit Ende 2018 bietet die Google-Schwester in der US-Stadt Phoenix kommerzielle Taxifahrten mit Roboterautos an. Foto: Getty Images

Es gibt kaum ein Thema, bei dem das Autoland Deutschland so auf Touren kommt, wie bei der Mobilität. Die einen finden Elektromobilität cool, für die anderen ist es der Anfang vom Ende automobiler Individualität.

Global betrachtet sind sich Branchenkenner einig, dass die mobile Zukunft elektrischer, vernetzter und autonomer sein wird. Auch der private Autobesitz wird abnehmen. Stattdessen treten neue Modelle der Nutzung von Mobilität auf den Plan.

Die Zukunft der Mobilität hält also viel Potenzial für Disruption bereit, und zwar auf allen Ebenen. Technologisch werden völlig andere Kompetenzen für elektrisches und autonomes Fahren benötigt, als sie Autobauer heute mitbringen. Diese stehen zusätzlich unter Druck, da mit dem zurückgehenden Individualbesitz ihre stückzahlorientierten Geschäftsmodelle untergraben.

Allianzen in der Autobranche

Schon heute bilden sich deshalb neue strategische Allianzen zwischen Technologie-, Software- und Automobilherstellern sowie deren Zulieferern. Für einige Unternehmen, die bislang nicht der Mobilitätsbranche zugerechnet wurden, ergeben sich dadurch völlig neue Geschäftsfelder.

Ein Beispiel dafür sind Halbleiterhersteller. Analysten trauen dem Sektor zu, auf lange Sicht besonders von den Veränderungen im Bereich Mobilität zu profitieren. Schließlich werden moderne Halbleiter benötigt, wenn Wechselrichter den Gleichstrom aus Akkus in Wechselstrom für Antriebsmotoren wandeln.

Gleichzeitig finden sich Halbleiter in der Sensorik wieder, die auf dem Weg zum autonomen Fahren verstärkt in Fahrzeugen zur Anwendung kommt. Ein Beispiel dafür ist eine dem Radar verwandte Methode zur optischen Messung von Abstand und Geschwindigkeit.

Software-Hersteller steigern Erträge

Doch auch Anbieter von Sensortechnologien profitieren von den Veränderungen in der Mobilität, jedoch eher auf kürzere Sicht: Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz werden langfristig immer mehr Entscheidungen des autonomen Fahrzeugs von immer intelligenterer Software und deutlich weniger Sensoren getroffen. Das steigert die Erträge von Software- und Hardwareherstellern. Denn zunehmend komplexe Software erfordert auch immer leistungsfähigere Prozessoren.

Technologiegiganten, die mit ihrer schieren Größe und enormen Expertise bei der Entwicklung von Soft- und Hardware in den Mobilitätsmarkt drängen, machen es allen Wettbewerbern schwer, auf Augenhöhe zu bleiben.

Megatrends unterstützen Mobilitätsmarkt

Im Bereich Mobilität stehen zahlreiche Unternehmen in den Startlöchern, um von den neuen Trends zu profitieren – und das in unterschiedlichen Zeitintervallen. Unterstützt wird die Entwicklung von übergeordneten Megatrends wie der rasanten Urbanisierung und dem technologischen Durchbruch.

Wann genau sich welcher Wandel vollziehen wird, ist schwer absehbar. Zu viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, beispielsweise länderspezifische Vorgaben zu Abgaswerten. Hinzu kommen aber auch ganz einfache Phänomene: So rechnen Fachleute damit, dass sich autonom fahrende Autos am ehesten in Arizona in den USA durchsetzen werden. Die Gründe: trockenes Wetter, gute Straßen und ein geringes Verkehrsaufkommen.