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Früher Morgen in Peking: Am chinesischen Kapitalmarkt sind internationale Investoren noch nicht nennenswert vertreten.  | © Getty Images

iShares zu China-Anlagen

Schwankungsarm in einen wachsenden Markt investieren

China hat sich in den vergangenen Jahren vom Lieferanten günstiger Konsumgüter zu einem wichtigen Akteur im globalen Handel entwickelt. Das Land produziert eine breite Warenpalette, einschließlich anspruchsvoller Technik. Seine Entwicklung hin zu mehr wirtschaftlicher Autonomie – vom Technologiesektor bis hin zur Energie- und Nahrungsmittelproduktion – dürfte sich beschleunigen.

Die Einbindung Chinas in den globalen Handel bildet allerdings auch den Nährboden für die angespannte Lage im Handelskonflikt mit den USA. Ob mit oder ohne Zollvertrag mit den USA: Peking verfügt über Mittel, die Wirtschaft im eigenen Land zu unterstützen.

Peking ist bereit, sich gegen den Abschwung zu stemmen

Barrieren im internationalen Handel kann die chinesische Zentralbank allerdings nicht aus dem Weg räumen. Gewinneinbußen asiatischer Unternehmen aus dem Technologiesektor, insbesondere aus Südkorea, Taiwan und Japan, befördern die Sorge über mögliche Hindernisse beim Warenaustausch. Einige Unternehmen mit Lieferketten in China passen ihre Geschäftsstrategien dem makroökonomischen Umfeld bereits an – unabhängig vom Ausgang des Handelsstreits mit den Vereinigten Staaten. In Nachbarländern wie Vietnam sind die Löhne im Fertigungssektor bereits empfindlich gestiegen. Doch niedrigere Arbeitskosten geben nicht allein Anlass, die Warenproduktion zu verlagern. Eine wichtige Voraussetzung für die Serienfertigung von Konsumgütern ist beispielsweise eine zuverlässige Stromversorgung. Doch längst nicht alle Schwellenländer erfüllen diese Bedingung.

Unter dem Strich sind die direkten Auswirkungen des Handelskonflikts auf die Weltwirtschaft begrenzt. Die chinesische Regierung dürfte der Wirtschaft im Falle eines Abschwungs weiterhin mit geldpolitischen Maßnahmen unter die Arme greifen. Internationale Investoren vertrauen noch immer auf die Widerstandsfähigkeit der chinesischen Konjunktur. Die Regierung in Peking bemüht sich seit Jahren, die Märkte für ausländische Investoren zu öffnen und internationale Standards zu entwickeln. Dies dürfte nicht zuletzt den Auswirkungen des Handelsstreits entgegenwirken.

Der chinesische Anleihemarkt wächst rasant

Am chinesischen Anleihenmarkt – dem zweitgrößten der Welt – sind internationale Investoren noch nicht nennenswert vertreten, wie die nachfolgende Grafik zeigt: Weniger als 3 Prozent des Zwölf-Billionen-US-Dollar-Marktes befinden sich in ausländischer Hand. Doch auch hier bemüht sich das Land, internationalen Investoren einen besseren Zugang zu gewähren.

Beteiligung ausländischer Investoren am chinesischen Kapitalmarkt

Quelle: iShares, Stand: Dezember 2018

Der chinesische Anleihemarkt wächst rasant weiter. Seit April 2019 sind Staats- und Bankanleihen aus China im Bloomberg Barclays Global Aggregate Index gelistet. Allein durch die Neugewichtung passiver Fonds, die an diesen Benchmark gekoppelt sind, fließen während des zwanzigmonatigen Eingliederungszeitraums voraussichtlich 150 Milliarden US-Dollar nach China. Das entspricht rund 6 Prozent des Indexwertes.

MSCI erhöht die Gewichtung chinesischer Aktien auf 20 Prozent

Auf dem Aktienmarkt bieten chinesische A-Titel in vielen Fällen die einzige Möglichkeit für internationale Anleger, hochwertig und schwankungsarm in China zu investieren. Im Mai 2018 nahm der Indexanbieter MSCI 222 in Shanghai und Shenzhen gehandelte A-Aktien in globale und regionale Indizes auf. Zuvor konnten diese nur von privaten und institutionellen chinesischen Anlegern gehandelt werden. Bis zum Jahresende 2019 plant der Indexanbieter MSCI, die Gewichtung chinesischer Aktien auf 20 Prozent zu erhöhen. Nach Abschluss einer dreistufigen Implementierung werden 253 chinesische Large- und 168 Mid-Cap-A-Aktien, darunter 27 ChiNext-Aktien (an der chinesischen Startup-Börse gehandelte Wertpapiere) im MSCI Emerging Markets Index enthalten sein.

Im Juni dieses Jahres integrierte der britische Indexanbieter FTSE Russell chinesische A-Aktien in seinen globalen Aktienindex. Somit müssen passive Fonds, die den FTSE-All-World- sowie den FTSE-Emerging-Markets-Index abbilden, Yuan-nominierte A-Aktien erwerben. Die zusätzlichen Kapitalzuflüsse dürften dem chinesischen Aktienmarkt einen weiteren Schub geben.

iShares legt China-ETF auf

Im August 2019 hat iShares den China CNY Bond UCITS ETF (ISIN: IE00BYPC1H27) aufgelegt. Der ETF besteht derzeit zu rund 70 Prozent aus chinesischen Staatsanleihen und zu 30 Prozent aus Anleihen chinesischer Banken. Die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) des ETFs beläuft sich auf 0,35 Prozent. Als Referenzindex dient der Bloomberg Barclays China Treasury + Policy Bank Index. Die Rendite wird ausgeschüttet.

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