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Robert Halver zum Kampf gegen Inflation
Knallharte Notenbanker – droht eine neue Finanzkrise?
Die Audioversion dieses Artikels wurde künstlich erzeugt.

Robert Halver zum Kampf gegen Inflation Knallharte Notenbanker – droht eine neue Finanzkrise?

Zentrale der EZB in Frankfurt
Zentrale der EZB in Frankfurt: Politiker und Währungshüter der Eurozone kündigen harte Geldpolitik an | Foto: Imago Images / Jan Huebner

Die Sprache der Notenbanker weltweit ist hart. Selbst die EZB-Präsidentin hat von taubenhaften Schalmeienklängen auf falkenhafte Marschmusik umgeschaltet. Aktuell sagt sie sogar, dass die Zinsen noch deutlich und stetig steigen müssen, um der Inflation den Garaus zu machen. Gut gebrüllt Löwe. Aber haben deine Zins-Zähne auch genügend Beißkraft?

Westliche Notenbanken wollen Inflation senken, aber keine Finanzkrise

Fed und EZB haben ein Trauma erlitten. Zu lange haben sie die Inflationsbeschleunigung der Corona-Zeit als nur vorübergehend betrachtet. Spätestens mit den explodierenden Energiepreisen im Zuge des Ukraine-Kriegs war diese Einschätzung Makulatur. Angesichts des dramatischen Kaufkraftverlustes auf über 40-Jahreshoch drohte den Zentralbanken in puncto Glaubwürdigkeit sogar das Schicksal von deutschen Teilnehmer beim Eurovision Song Contest: Zero Points.

 

 

So eine Schmach kann sich weder die Fed als einflussreichste Notenbank der Welt noch die EZB mit ihrem Stabilitätsauftrag leisten. Das Schicksal der japanischen Notenbank wollen sie nicht erleiden, die die Inflation seit Jahrzehnten einfach hat laufen lassen und jetzt das Preismonster nicht mehr einfangen kann bzw. es mit Beschönigungen besänftigen muss.

Insofern sind Zinserhöhungen und Liquiditätsverknappungen der Fed und der EZB nachvollziehbar. Die Damen und Herren Notenbanker kennen die Gefahr von Inflation und ihren Steherqualitäten. Preissteigerungen sind wie Viren, die ein bekanntes Bibelzitat sehr wörtlich meinen: „Seid fruchtbar und mehret euch“.

Geldpolitische Freiheit kollidiert mit Verantwortung für Finanzwelt und Wirtschaft

Doch geht es weniger um das Ob, sondern um das Wie viel an geldpolitischer Zügelstraffung. Damals in den tugendhaften 80er Jahre nach der Ölkrise und den 90er Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung hatte man mit gnadenlos positiven Realzinsen unbeirrt das Ziel der Preisstabilität verfolgt und auch wieder erreicht.

Grafik 1: Notenbankzinsen Eurozone nach Inflation (bis 1998 Bundesbank, ab 1999 EZB)

Grafik 1
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