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Themen-Experte
Märkte verstehen, Chancen nutzen

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Börsenhändler in New York: Bei Aktien können fünf Stil-Faktoren im Vergleich zum breiten Markt langfristige Mehrrenditen erzielen, viele Anleger setzen beispielsweise auf Momentum-Strategien.  | © imago images / Xinhua Foto: imago images / Xinhua

Stil-Faktoren bei iShares

Abnehmendem Wachstum mit Stil begegnen

Hamed Mustafa, Blackrock

Faktoren bilden gewissermaßen die Grundlage von Anlageportfolios. Es sind breite, dauerhafte Kräfte, die bestimmen, wie sich die Renditen von Aktien, Anleihen und anderen Vermögenswerten entwickeln. Faktorbasierte Anlagestrategien nutzen die Fortschritte der Datenverarbeitung und modernen Technologie, um diese historisch nachweisbaren Renditetreiber gezielt in Portfolios einzusetzen.

Investoren, die die Funktionsweise von Faktoren verstehen, können Überrenditen erzielen und Risiken reduzieren. Als Renditetreiber lassen sich zwei Haupttypen von Faktoren unterscheiden: Zum einen makroökonomische Faktoren, die über Anlageklassen hinweg ihre Stärken ausspielen. Zum anderen Stil-Faktoren, mit denen sich Renditen und Risiken innerhalb von Anlageklassen steuern lassen.

Die akademische Forschung zeigt: Bei Aktien können fünf Stil-Faktoren im Vergleich zum breiten Markt langfristige Mehrrenditen erzielen. Diese Stil-Faktoren sind geringere Unternehmensgröße (Size) und hohe Unternehmensqualität (Quality) sowie niedrige Bewertung (Value), geringe Schwankungsbreite (Minimum Volatility) und positive Kursdynamik (Momentum) von Aktien. Abhängig vom Marktzyklus kommen diese Faktoren nicht immer in gleichem Maße zum Tragen. Für den Anlageerfolg ist daher die optimale Gewichtung auf Basis regelmäßiger, umfassender Analysen entscheidend.

Wissenschaftlich nachweisbare Stil-Faktoren leisten unserer Ansicht nach nicht zuletzt einen entscheidenden Mehrwert zur Diversifizierung von Portfolios. Daher unterstützt BlackRock Investoren dabei, aktuelle Chancen und Risiken der einzelnen Stil-Faktoren noch besser einzuschätzen, um sie dementsprechend optimal im Portfolio zu berücksichtigen. Nachstehend unsere Faktor-Sicht im Mai 2020.

Unsere aktuelle Einschätzung zu Stil-Faktoren

Minimum-Volatility-Aktien mit relativ geringer Schwankungsbreite haben wir heraufgestuft, von einer neutralen Positionierung auf ein leichtes Übergewicht. Grund dafür ist in erster Linie das veränderte konjunkturelle Umfeld. Unsere Indikatoren deuten nun auf abnehmendes Wachstum hin, ausgehend von einer bereits geringen Basis. In einem solchen Umfeld können sich Minimum-Volatility-Aktien erfahrungsgemäß besonders gut entwickeln. Die Bewertung und relative Stärke stechen indes nicht hervor.

Unser leichtes Übergewicht in Quality-Aktien, sprich in Papieren qualitativ hochwertiger Unternehmen mit besonders gesunden Bilanzen, haben wir zuletzt etwas reduziert. Grund dafür ist unter anderem die höhere Bewertung. Gleichzeitig hat die relative Stärke nachgelassen, bleibt gegenüber anderen Stil-Faktoren aber attraktiv. Zudem spricht das Konjunkturumfeld mit abnehmendem Wachstum weiterhin für diesen eher defensiven Faktor.

Momentum-Aktien, sprich Werte im Aufwärtstrend, haben wir weiter herabgestuft, von einer neutralen Positionierung auf ein deutliches Untergewicht. Denn die relative Stärke hat weiter abgenommen. Außerdem stimmt uns das veränderte Konjunkturumfeld weniger positiv für diesen Faktor, der sich am besten bei starkem Wirtschaftswachstum entwickelt. Die Bewertung ist nach wie vor recht hoch, auch wenn sie leicht zurückgegangen ist.

Unsere Positionierung im Faktor Size, also in Aktien kleinerer Unternehmen, haben wir etwas ausgebaut – von einem leichten Untergewicht auf eine neutrale Gewichtung. Denn zum einen hat die relative Stärke leicht zugenommen. Zum anderen spricht das veränderte Konjunkturumfeld für eine neutrale Positionierung in diesem Stil-Faktor. Ein Wermutstropfen ist die höhere Bewertung.

Bei Value-Aktien, das heißt zum Beispiel bei Titeln mit niedrigen Kurs-Gewinn- oder Kurs-Buchwert-Verhältnissen, halten wir an unserer neutralen Gewichtung fest – auch wenn wir sie zuletzt nochmals etwas erhöht haben. Grund dafür ist in erster Linie das veränderte Konjunkturumfeld, das für eine neutrale Positionierung in Value-Aktien spricht.

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