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Materialmangel Unternehmen mit funktionierenden Lieferketten gesucht

Concept Car eines deutschen Autoherstellers auf der IAA Mobility in München
Concept Car eines deutschen Autoherstellers auf der IAA Mobility in München: Autokäufer sollten sich auf höhere Preise und längere Wartezeiten einstellen, da rund ein Viertel der Aluminiumnachfrage auf die Autoindustrie entfällt. | Foto: Imago Images / Arnulf Hettrich

Derzeit erholt sich die Wirtschaft von der Pandemie und die Nachfrage wächst kräftig. Dies setzt die globalen Lieferketten – die alle Bestandteile umfassen, die es für die Herstellung von Gütern braucht – stark unter Druck. Anfangs war dies vor allem bei Halbleitern spürbar: Ein begrenztes Angebot traf auf steigende Nachfrage, da sich die Digitalisierung dank der Verbreitung des Homeoffice beschleunigte und die Autoindustrie mehr E-Autos produzierte.

Aktuell entspannt sich die Lage bei Halbleitern wieder, dafür wächst andernorts die Sorge vor Engpässen. Ohne Halbleiter können Autos nicht fertiggestellt werden, ohne Aluminium kann die Produktion gar nicht erst beginnen. Und Aluminium ist ein knappes Gut. Zur Herstellung braucht man Magnesium, und die globale Magnesiumproduktion ist um ein Drittel gesunken. Rund die Hälfte des weltweiten Magnesiums stammt aus einer Provinz in China. Dort ordneten die Behörden im September die Schließung von Anlagen an, um Klimaschutzziele zu erreichen. Langsam wird die Produktion wieder hochgefahren. Aber Autokäufer sollten sich auf höhere Preise und längere Wartezeiten einstellen, da rund ein Viertel der Aluminiumnachfrage auf die Autoindustrie entfällt. Ähnliches erleben wir auch andernorts in der Weltwirtschaft.

Vier wichtige Aspekte für Anleger

Anleger kommen unseres Erachtens mit diesen Bedingungen am besten zurecht, wenn sie sich auf Unternehmen konzentrieren, die höhere Kosten an ihre Kunden weitergeben können. Die besten unter ihnen können aktive Fondsmanager mithilfe tiefgehender Fundamental- und Datenanalysen aufspüren.

Komplexität versus Vielfalt: Um Unternehmen mit Preissetzungsmacht zu finden, schauen wir uns an, wie komplex und vielschichtig ihre Produkte sind. Firmen mit verschiedenen, einfachen Produkten können ihre Produktion eher aufrechterhalten und Gewinne erzielen. Unternehmen, die komplexe Produkte herstellen, etwa Autos, müssen die Produktion stoppen, wenn nur eines von Tausenden benötigen Bauteilen nicht erhältlich ist.

Unternehmen mit Schlagkraft: Ein noch größeres Problem sind Lieferengpässe für Unternehmen ohne Verhandlungsmacht. Denn Firmen an der Spitze der Lieferkette, wie etwa Halbleiterhersteller, bevorzugen bei Engpässen ihre größten Kunden. Kleinere, zum Beispiel E-Auto-Startups, müssen sich gedulden, während bei den Autoriesen die Produktion fast wieder Vor-Corona-Niveau erreicht hat.

Unternehmen, die vorausschauend agieren: Gut gemanagte, attraktiv bewertete Unternehmen lassen sich durchaus finden, nämlich solche, die sich früh auf Probleme in der Lieferkette eingestellt haben. Firmen mit diversen Bezugsquellen, die sich nicht vom billigsten Lieferanten abhängig gemacht haben, dürften ihre Produktion besser aufrechterhalten können.

Von Effizienz zu Resilienz: Derzeit heißt die Devise bei den Herstellern nicht mehr „just in time“, sondern „just in case“. Es gilt, für alle Fälle den Bestand an wichtigen Bauteilen aufzustocken. Davon dürften Lagerautomatisierungs- und Logistikfirmen profitieren. Längerfristig könnte das zur Rückverlagerung der Produktion in den Heimatmarkt und höheren Investitionen führen.

Gefahr einer Angebotsschwemme

Und die Aussichten? Wie lange die Lieferprobleme anhalten, lässt sich kaum sagen. Da die Unternehmen aber mehr bestellen, als sie brauchen, und die Zulieferer ihre Produktion erhöhen, könnte das Pendel schließlich zurückschwingen. Die Folge wäre eine Angebotsschwemme. Die weitere Entwicklung werden wir daher genau beobachten.

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Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.