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Studie für 2020 Wie Insurtechs die Corona-Pandemie bewältigen

Berater und Unternehmer im Gespräch
Berater und Unternehmer im Gespräch: Insurtechs erhalten mehr Geld von Investoren. | Foto: prianka / Getty Images

Digitale Geschäftsmodelle erleben mit der Corona-Pandemie einen Boom. Auch virtuelle Angebote aus dem Spektrum der Versicherungen klettern auf der Beliebtheitsskala. So berichten 80 Prozent aller befragten Insurtechs, dass ihre Nutzer die digitalen Angebote seit Frühjahr 2020 öfter nutzen als zuvor. 31 Prozent der B2C-Anbieter vermelden auch eine quantitativ gestiegene Nutzerzahl. Das zeigt der Insurtech-Radar 2021.

Die Strategieberatung Oliver Wyman, der Insurtech-Experte Nikolai Dördrechter und der Zweitmarkt-Händler Policen Direkt erstellten ihn gemeinsam. Sie untersuchten dafür, wie sich die Geschäfte von 149 deutschen, 16 österreichischen und 44 schweizerischen Unternehmen zuletzt entwickelten.

Neue Endkunden von B2C-Insurtechs: Interesse und Konvertierung (Einfachnennung, absolute Anzahl)

Die Start-ups berichten zudem von einem günstigen Finanzierungsumfeld. Im Jahr 2019 betrugen die weltweiten Kapitaleinlagen in Insurtechs noch rund 7,1 Milliarden US-Dollar. Im Corona-Jahr 2020 stieg diese Summe leicht an auf 7,2 Milliarden Dollar. „Entgegen ursprünglicher Befürchtungen gab es bei den Insurtechs in der Dach-Region keinen Covid-19-bedingten Strömungsabriss bei der Finanzierung“, erklärt Dördrechter. „Nach einer kurzen Verschnaufpause Mitte 2020 sind die Investoren aktiver als zuvor.“

So viel Geld floss zwischen 2016 bis 2020 an Insurtechs weltweit.

Dass zunehmend internationales Geld in Insurtechs aus der Dach-Region fließt, zeigt das Beispiel Wefox. Das Berliner Unternehmen gab erst vor ein paar Wochen den Abschluss einer weiteren Finanzierungsrunde bekannt, bei der es 650 Millionen Dollar einsammelte. Gleichzeitig ebbt jedoch die Gründungswelle etwas ab. Die Gesamtanzahl der Insurtechs in der Dach-Region blieb 2020 stabil bei 210.

Anzahl der Insurtechs in der Dach-Region (kumuliert) von 2010 bis 2021

Allerdings steigt die technische Tiefe der jungen Unternehmen. Einige von ihnen können sich mittlerweile auch mit komplexeren Geschäftsmodellen in den Bereichen Angebot und Betrieb behaupten. Wachstumsthemen, etwa der Verkauf von Versicherungen im Paket mit anderen Produkten, bespielten die Start-ups im vergangenen Jahr häufiger als zuvor.

Als ebenso bemerkenswert bezeichnen die Autoren der Studie, dass einige Unternehmen bereits seit zehn Jahren bestehen. Das ESG-Thema können in Zukunft weder junge, noch alte Versicherer ausblenden. „Insurtechs werden sich mittelfristig auch mit Lösungen für nachhaltige Versicherungen beschäftigen, um den laufenden Paradigmenwechsel zu befeuern“, sagt Dördrechter.

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