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Mit Christine Lagarde als neuer EZB-Chefin dürfte die lockere Geldpolitik in der Eurozone anhalten, erwarten die Kapitalmarktstrategen des BlackRock Investment Institute. | © Getty Images

Ausblick 2019 Anleger sollten ihre Risiken etwas herunterfahren

Der Handelsstreit zwischen den USA und China, der Iran-Konflikt, der Brexit und die hohen Staatsschulden im südlichen Euroraum lassen Anleger derzeit zweifeln. Zwar herrscht momentan ein wenig Ruhe zwischen Washington und Peking. Doch Marktteilnehmer wissen mittlerweile: Der nächste Streit ist nur einen Tweet entfernt.

Es verwundert daher nicht, dass wir in unserem Global Investment Outlook für die zweite Jahreshälfte 2019 feststellen: Die Handelsstreitigkeiten sowie die übrigen geopolitischen Konflikte sind mittlerweile zu einem maßgeblichen Einflussfaktor für die Weltwirtschaft und die Kapitalmärkte avanciert. Mit Blick auf die globale Konjunktur könnten wir auch sagen: Die genannten Faktoren sind ihr wichtigster Bremser. Denn die schwelenden Konflikte lasten längst auf dem zukünftigen Wachstum.

Protektionismus, Geldpolitik, Portfolio-Resilienz

Ganz konkret haben wir drei große Konflikte identifiziert. Erstens: Der wachsende Protektionismus. Für Anleger bedeutet das: Sie sollten ihre Risiken tendenziell etwas herunterfahren.

Die zweite Strömung betrifft die Geldpolitik: Nach unserer Einschätzung sieht mittlerweile alles danach aus, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Zinsen wieder senken wird. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) wird an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten – erste Zinsschritte aufwärts, wie seinerzeit in den USA, sehen wir nicht. Das spricht unseres Erachtens grundsätzlich für Aktien. Insbesondere beim Blick auf US-Aktien sind wir noch optimistisch.

Drittens wird in diesem unsicheren Umfeld die Widerstandskraft des Portfolios wichtiger, die sogenannte Resilienz. Anleger sollten sich daher so aufstellen, dass sie für alle Eventualitäten gewappnet sind. Das betrifft auch ein Worst-Case-Szenario mit weniger Wachstum und mehr Inflation dank Deglobalisierung sowie in der Folge fallenden Aktien- und Anleihekursen. In einem solchen Marktumfeld helfen in erster Linie Staatsanleihen, selbst wenn sie nur niedrige oder keine Renditen abwerfen. Was heißt das ganz konkret für einzelne Regionen?

Europas Wirtschaft leidet unter dem Handelskonflikt

Wie erwähnt, raten wir im Bereich der Aktien besonders zu US-Werten, da hier angesichts des fortschreitenden Wirtschaftsaufschwungs die Bewertungen noch nicht zu hoch sind. Was europäische Aktien angeht, stufen wir diese auf „Neutral“ hoch. Grund dafür ist für uns der erwartete Lockerungskurs der EZB. Für eine bessere Einschätzung reicht es leider nicht – zu stark fallen hier die nachlassende Konjunkturdynamik, die Risiken durch den Handelsstreit sowie die konjunkturelle Abkühlung Chinas ins Gewicht, unter der vor allem Europas Wirtschaft nach wie vor leidet. Hinzukommen europaspezifische, also hausgemachte politische Risiken wie der Brexit und die Instabilität Italiens.

Chancen in Brasilien und Mexiko

Bei Schwellenländeraktien mahnen wir zur Vorsicht. Titel aus den Emerging Markets stufen wir auf „Neutral“ zurück. Unsere Begründung: Marktteilnehmer erhoffen sich zu viel von Chinas Stützungsmaßnahmen für die heimische Wirtschaft. Größere Chancen sehen wir hingegen in Latein- und Mittelamerika, konkret in Mexiko und in Brasilien.

Abgesehen davon bleiben wir überzeugt, dass Staatsanleihen – gerade langfristige – jetzt als Sicherheit ins Portfolio gehören. Bei europäischen Staatsanleihen votieren wir sogar für „Overweight“, was angesichts der Negativzinsen der meisten Bundesanleihen sowie der Minizinsen bei südeuropäischen Anleihen überraschen dürfte. Da bislang jedoch die geldpolitischen Maßnahmen der EZB eher unterschätzt werden, könnte hier noch einiges kommen.

Weitere Erholung bei Staatsanleihen aus Emerging Markets

Was die Markterwartungen mit Blick auf die Fed-Zinssenkungen angeht, beurteilen wir diese dagegen bereits als zu hoch. Daher stufen wir US-Schatzbriefe auf „Underweight“ zurück. Ganz anders fällt unser Ausblick für Staatsanleihen aus Emerging Markets in Lokalwährungen aus. Hier gehen wir davon aus, dass sich diese gegenüber dem US-Dollar noch weiter erholen werden.

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