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Globale Investmentthemen und Emerging Markets

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Hauptsitz der Europäischen Kommission in Brüssel: Sowohl die Politik in Europa als auch die US-Wahlen werden Einfluss auf die europäischen festverzinslichen Anlagen nehmen. Foto: Getty Images

Ausblick 2020 von Franklin Templeton Fixed Income

Eurozone erscheint weiterhin stark

David Zahn, Franklin Templeton

Das Jahr 2019 hätte für Investoren kaum temporeicher verlaufen können. Und auch 2020 scheint nicht weniger rasant zu werden: Mit Blick auf Europa dürfte insbesondere der Verlauf der weiteren Brexit-Verhandlungen das Geschäftsklima beeinträchtigen.

Kanzlerin-Dämmerung hat Konsequenzen für Europa

Doch nicht nur der Brexit wird 2020 für eine erhöhte Marktvolatilität in Europa sorgen. Auch die anhaltende politische Schwäche der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und das daraus resultierende Machtvakuum im Zentrum Europas tragen einen nicht unerheblichen Anteil daran.

Im Jahr 2021 steht der politische Rückzug der Bundeskanzlerin an. Die Merkel-Nachfolge droht angesichts einer schwachen Koalition, die durch die Stimmengewinne der Alternative für Deutschland (AfD) unter hohem Druck steht, kompliziert zu werden: Bisher gibt es keinen klaren Favoriten für ihre Nachfolge.

Dieses sich ausweitende Machtvakuum wird durch die bisher wenig überzeugende Bilanz der von Merkel favorisierten Annegret Kramp-Karrenbauer seit deren Übernahme des CDU-Parteivorsitzes Ende 2018 noch verstärkt. Fakt ist: Die Lösung der Führungskrise im wichtigsten EU-Staat wird weitreichende Konsequenzen für die Rolle Deutschlands in Europa haben.

US-Wahlen mit Auswirkungen auf Europas Anleihen

Neben der deutschen Politik werden auch der Wahlkampf und der Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen Ende 2020 Einfluss auf die europäischen festverzinslichen Anlagen nehmen. Falls die Strategie des nächsten US-Präsidenten den Übergang zu einer expansiveren Haushaltspolitik umfasst, erwarten wir, dass die Renditen europäischer Anleihen mitgehen – und zwar unabhängig davon, ob Europa bis dahin ähnliche Expansionsmaßnahmen ergriffen hat.

EZB will klimafreundliche Agenda durchsetzen

Ein Führungswechsel, der im Jahr 2020 beträchtliche Folgen für Europa haben könnte, ist bereits vollzogen: Christine Lagarde wurde als Nachfolgerin von Mario Draghi zur Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) berufen. Sie scheint für die Zukunft drei Prioritäten auf der Agenda zu haben: Eine Bankenunion im Euroraum, Druck auf Mitgliedstaaten mit Haushaltsüberschüssen (damit diese Staaten haushaltspolitische Anreize für mehr Wachstum schaffen) sowie die Verankerung des Klimaschutzes im Zentrum der EZB-Strategie.

Insbesondere bei der konventionellen Geldpolitik scheint Lagardes Handlungsspielraum durch die seit einem Jahrzehnt ohnehin schon sehr lockere Haltung der EZB eingeschränkt zu sein. Im Fall eines stärkeren wirtschaftlichen Abschwungs wird die EZB-Chefin daher wahrscheinlich die Ausweitung der quantitativen Lockerung auf andere Finanzanlagen erwägen – möglicherweise auf börsengehandelte Fonds und Bankkredite.

Die Verknüpfung dieser Agenda mit Aufkäufen klimafreundlicher Wertpapiere wird dadurch behindert, dass der Markt für grüne Anleihen vergleichsweise klein ist. Allerdings könnten hier Erwägungen der Europäischen Investitionsbank (EIB) unterstützen, wonach sämtliche Finanzierungen fossiler Brennstoffe beendet werden sollen. Vor diesem Hintergrund hat sich die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für eine Vorreiterrolle der EIB bei der Finanzierung des EU-weiten Übergangs zu einer CO2-armen Wirtschaft ausgesprochen.

2020 könnte sich Europas Wachstum stabilisieren

Obwohl die Wirtschaftsleistung des Euroraums 2019 bei Anlegern für eine düstere Stimmung gesorgt hat, sind wir der Meinung, dass Investoren den relativ starken EU-Arbeitsmarkt und dessen positiven Einfluss auf die Konsumausgaben nicht unterschätzen sollten. Sollten die globalen Handelsspannungen im kommenden Jahr nachlassen, könnte Deutschlands Konjunktur schnell wieder anziehen. In Kombination mit der soliden Binnennachfrage könnte sich somit das Wachstum in der Eurozone im Jahr 2020 wieder stabilisieren.

Wir bleiben jedoch weiterhin vorsichtig. Wir erwarten ein nicht unbeträchtliches Maß eines Phänomens, das in Phasen der Unsicherheit oft mit Vehemenz auftritt: Angesichts der politischen und wirtschaftlichen Veränderungen, die im Jahresverlauf 2020 möglich erscheinen, ist unvermeidlich mit einer hohen Marktvolatilität zu rechnen.

Wichtige Hinweise:

Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesem Dokument um werbliche Informationen allgemeiner Art und nicht um eine vollständige Darstellung bzw. Finanzanalyse eines bestimmten Marktes, eines Wirtschaftszweiges, eines Wertpapiers oder des/der jeweils aufgeführten Investmentfonds handelt. Franklin Templeton Investments veröffentlicht ausschließlich produktbezogene Informationen und erteilt keine Anlageempfehlungen. SICAV-Anteile dürfen Gebietsansässigen der Vereinigten Staaten von Amerika weder direkt noch indirekt angeboten oder verkauft werden. Für eine Anlageberatung wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Berater. Gerne nennen wir Ihnen einen Berater in Ihrer Nähe. Die vorgenannten Unterlagen finden Sie auch auf unserer Homepage in Deutschland unter franklintempleton.de/fondsdokumente bzw. in Österreich unter franklintempleton.at/fondsdokumente oder Sie erhalten diese kostenlos bei Franklin Templeton Investment Services GmbH, Postfach 11 18 03, 60053 Frankfurt a. M., Mainzer Landstraße 16, 60325 Frankfurt a. M., Tel. 08 00/0 73 80 01 (Deutschland), 08 00/29 59 11 (Österreich), Fax: +49(0)69/2 72 23-120, info@franklintempleton.de, info@franklintempleton.at.

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