BlackRock So verändert Big Data das Fondsmanagement

Präsentation des iPhone XR in Kalifornien: Fondsmanager machen sich Big Data zunutze. | © Getty Images

Präsentation des iPhone XR in Kalifornien: Fondsmanager machen sich Big Data zunutze. Foto: Getty Images

3,3 Millionen Posts auf Facebook, vier Millionen Anfragen auf Google, und das jede Minute: Unser Alltag wird immer smarter und die Datenspur im Internet wird immer breiter. Das weltweite Netz ist eine fast unerschöpfliche Wissensquelle. Das kommt auch Big-Data-Ansätzen in der Finanzbranche zugute.

Bei aller innovativen Dynamik von Big Data interessieren sich Portfoliomanager, die aktive Investitionsentscheidungen treffen, jedoch seit jeher für dieselben Fragen: Sie wollen sich ein Bild von den Makrothemen machen, wollen wissen, welche binnenwirtschaftlichen Faktoren eine Rolle spielen und von welchen Trends die Exportindustrie begünstigt wird. Zudem interessieren sich Fondsexperten für die künftigen Gewinner unter Ländern, Branchen und Anlagestilen.

Daneben wollen Fondsmanager die Stimmung an den Anlagemärkten auch bezüglich einzelner Titel einfangen. Hinzu kommt ein Interesse an Fundamentaldaten von Unternehmen um die Einflüsse auf Gewinn- und Ertragsentwicklung auszumachen und Aktienbewertungen zu analysieren. Die Fragen im Fondsmanagement sind also die alten – die Art und Weise, wie Big Data Antworten darauf findet, ist neu.

Traditionelle Fragen, smarte Antworten

Das auf Big Data spezialisierte Systematic Active Equity-Team (SAE) von BlackRock arbeitet an Einschätzungen des Makroumfeldes auf einer ganz neuen Datenbasis: So verfolgen die Experten zum Beispiel elektronische Rechnungen zwischen Unternehmen mit einem Transaktionsvolumen von mehr als 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Die Informationen können auf Länder- oder Branchenebene zusammengefasst werden und frühzeitig Aufschluss über Aktivitätstrends einzelner Volkswirtschaften und Sektoren geben.

Zum anderen beschäftigt sich das SAE-Team mit der Stimmung an den Kapitalmärkten – auch in Bezug auf einzelne Titel: Die ließ sich früher mehr erahnen als erforschen. Mit Big Data stehen Experten völlig neue Daten zur Verfügung, bei Mobiltelefonen etwa über GPS, WLAN und Bluetooth.

Mithilfe der neuen Datenmengen kann die Broker-Stimmung besser erfasst werden. Zudem kann die Zahl der Anrufe und der Besucherstrom bei Unternehmen analysiert werden. 50 Millionen aktive App-Nutzer haben in die Übermittlung Standortdaten eingewilligt. Jeder stellt täglich 100 Datenpunkte zur Verfügung. Das ergibt Milliarden Datenpunkte im Monat, anhand derer sich etwa die Besuchsfrequenz von Kunden bei Unternehmen als Stimmungsindikator filtern lässt.

Big Data erfasst Mitarbeiterstimmung

Auch bei Fundamentaldaten zu Unternehmen geht das SAE-Team von BlackRock neue Wege. Neben der Zahl der Website-Besuche oder Bezahlkartentransaktionen zugunsten eines Unternehmens gibt es mit Big Data vor allem bei der Erfassung der Mitarbeiterstimmung als frühem Indikator für die Unternehmensentwicklung neue Möglichkeiten: So werden arbeitsplatzbezogene soziale Medien beobachtet, um die Meinung der Mitarbeiter zu ihren Arbeitgebern zu erfassen. Die Daten beinhalten Kommentare, Zustimmung zum Vorstand, Wahrscheinlichkeit von Empfehlungen und eine Gesamtpunktzahl. Trends in den Ansichten der Mitarbeiter können positive und negative Einschätzungen für die Aktien des Unternehmens unterstützen.