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Bluebay-Investmentchef „US-Geldpolitik befeuert soziale Spannungen“

Demonstrant in Washington D.C., USA, im August 2020: Die Wohlstandskluft zwischen dem kleinen Prozentsatz der Vermögensbesitzer und dem Rest der Bevölkerung könnte weiter zunehmen.
Demonstrant in Washington D.C., USA, im August 2020: Die Wohlstandskluft zwischen dem kleinen Prozentsatz der Vermögensbesitzer und dem Rest der Bevölkerung könnte weiter zunehmen. | Foto: imago images / ZUMA Press

Obwohl die wirtschaftlichen Aussichten nach wie vor ungewiss sind, erreichen die Märkte neue Höchststände. In diesem Umfeld kündigte die US-Notenbank beim jährlichen Notenbankertreffen in Jackson Hole weithin erwartete Änderungen ihres politischen Rahmens an.

Die Zinsdürre setzt sich fort

Die vorgestellten Nachjustierungen der Strategie der Federal Reserve (Fed) signalisieren, dass keine voreilige Straffung der Geldpolitik zu erwarten ist. Die Fed will zulassen, dass die Preisteuerung ihr Inflationsziel von zwei Prozent geringfügig überschreiten kann, um Marktphasen zu korrigieren, in denen die Inflation hinter den Erwartungen zurückblieb. Diese neue geldpolitische Ausrichtung könnte bedeuten, dass es vor dem Jahr 2023 oder sogar bis 2025 zu keinem Anstieg der Zinsen kommt – abhängig davon, wie stark die Erholung nach der Überwindung der Folgen von Covid-19 ausfällt.

Den Zentralbanken gehen die Optionen aus

Angesichts der derzeitigen Beratungen über zusätzliche fiskalische Anreize in den USA oder auch in Großbritannien sehen wir die Gefahr, dass die fiskalische Unterstützung zu früh zurückgenommen wird. Sollte dies zu einem erneuten Konjunkturabsturz führen, sitzen die Zentralbanken in der Patsche: Es ist nicht absehbar, mit welchen Maßnahmen sie (noch) reagieren können. Und: Übermäßiges Vertrauen in die Geldpolitik übersieht die Gefahr sozialer Spannungen, da sich die Wohlstandskluft zwischen dem kleinen Prozentsatz der Vermögensbesitzer und dem Rest der Bevölkerung, der mit höherer Arbeitslosigkeit und schrumpfenden Einkommen konfrontiert ist, vergrößert.

Schwächere Wirtschaftsdaten in den kommenden Wochen und Monaten könnten die Geldpolitik zu neuen und größeren Maßnahmen anspornen. Vor diesem Hintergrund wird die Veröffentlichung der neuen Zahlen zu Löhnen und Gehältern in den USA interessant.

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