Digitalisierung der Versicherungsbranche Insurtech-Investoren fliegen auf deutsche Start-ups

Junge Online-Versicherungsanbieter setzen auf die Kommunikation per Smartphone: Laut Willis Towers Watson gab es im ersten Quartal insgesamt 85 Insuretech-Transaktionen mit einem Gesamtwert von 1,42 Milliarden US-Dollar (1,27 Milliarden Euro). | © rawpixel.com

Junge Online-Versicherungsanbieter setzen auf die Kommunikation per Smartphone: Laut Willis Towers Watson gab es im ersten Quartal insgesamt 85 Insuretech-Transaktionen mit einem Gesamtwert von 1,42 Milliarden US-Dollar (1,27 Milliarden Euro). Foto: rawpixel.com

Die Zahl der weltweit erfolgten Investitionen in sogenannte Insuretechs ist von Anfang Januar bis Ende März gegenüber dem vierten Quartal 2018 um 35 Prozent gestiegen, obwohl das gesamte Investitionsvolumen um 11 Prozent gesunken ist. Das zeigt die Studie Insurtech Briefing Q1/2019 der international tätigen Unternehmensberatung Willis Towers Watson. Demnach gab es im ersten Quartal insgesamt 85 Transaktionen mit einem Gesamtwert von 1,42 Milliarden US-Dollar.

Laut Michael Klüttgens war der aktuelle Jahresauftakt „bereits das dritte Quartal in Folge mit einem Investitionsvolumen von mehr als einer Milliarde US-Dollar“. Dem Leiter der Versicherungsberatung bei Willis Towers Watson in Deutschland unterstreichen die aktuell veröffentlichten Daten außerdem „die wachsende Bedeutung der hiesigen Insurtech-Szene“. Klüttgens erklärt: „Deutsche Insurtechs sicherten sich die Plätze zwei und drei der größten Investments des ersten Quartals.“

Zunehmend Investitionen in reifere Insurtechs

Eine deutliche Mehrheit der Investitionen des ersten Quartals entfiel zwar auf Erstrundenfinanzierungen (Serie A). Doch geleichzeitig erreichte die Zahl der Folgefinanzierungen den bisher höchsten Stand: Zwölf Insurtechs erhielten eine sogenannte Series-B-Finanzierung und sechs eine Series-C-Finanzierung. „Dies ist ein deutliches Indiz für die Fortschritte, die einzelne Insurtechs gemacht haben“, sagt Niki Winter, der bei Willis Towers Watson Digitalisierungsthemen verantwortet.

Niki Winter, Willis Towers Watson

„Unternehmen, die eine zweite oder dritte Finanzierung erhalten, haben gezeigt, dass ihr Geschäftsmodell den Marktbedürfnissen entspricht und nun weiter skaliert werden kann“, so Winter weiter. „Inzwischen sehen wir Start-ups, die an den verschiedenen Stellen der Wertschöpfungskette eines Versicherers ansetzen.“ In der aktuellen Studie konzentriert sich Willis Towers Watson unter anderem auf Insurtech-Lösungen für die Preisgestaltung.

„Agile Preissysteme berücksichtigen von Natur aus, dass Flexibilität erforderlich ist, um zukünftigen Marktsituationen zu begegnen“, erklärt der Kölner Versicherungsberater Klüttgens. „Insbesondere in preissensitiven und von starkem Wettbewerb geprägten Segmenten sind moderne Preissysteme entscheidend für zukünftigen Erfolg. Versicherer haben mit agiler Pricing-Software die Möglichkeit, Preise und Tarifsysteme flexibel und einfach zu ändern entscheidend.“