Fonds-Vertrieb 2019 5G, Industrie 4.0 und Infrastruktur im Visier

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Das Thema Nachhaltigkeit, also ESG, hat ja nun schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel und wird immer wieder mal hervorgeholt. Was ist dieses Mal anders?

Rauch: Das Thema Nachhaltigkeit ist in der Tat kein neues Thema. Bereits Ende 2016 waren dem Global Sustainable Investment Review zufolge mehr als 50 Prozent des in Europa verwalteten Anlagevermögens nachhaltig investiert. Ein Grund für diese Durchdringung ist, dass bereits wenige Ausschlüsse ein Portfolio als nachhaltig klassifizieren. Ausschlüsse sind auch nach wie vor der am meisten gewählte Implementierungsansatz, trotz seiner potenziellen Nachteile für die Wertentwicklung eines Portfolios.

Genau an dieser Stelle setzt nun eine Wende ein. Ausschlüsse verringern in erster Linie das Anlageuniversum und haben in der Vergangenheit oft zu unterdurchschnittlicher Kursentwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien beigetragen. Seit Anleger sich aktiver mit der Kombination von Rendite- und Nachhaltigkeitszielen beschäftigen, wird die Interaktion mit Unternehmen bezüglich strategischer Nachhaltigkeits-Themen (Engagement) und die Bewertung anhand von Nachhaltigkeitskriterien mehr beachtet. Entsprechend gibt es nun ESG-Strategien, die aus ethischer wie finanzieller Sicht sehr attraktiv für Kundenportfolios sind.

Welcher Ansatz für ESG ist Ihrer Meinung nach der beste? Wann gibt es endlich Standards?

Rauch: Aus unserer Sicht ist eine Kombination von wenigen Ausschlüssen – beispielsweise Geschäftsmodelle, die gesellschaftlich nicht vertretbar sind, – mit der Integration wesentlicher ESG-Daten im Analyseprozess die beste Variante.

Nennen Sie mir bitte ein Thema, das 2019 besonders wichtig für die Fondsbranche wird oder ist.

Rauch: Wir gehen davon aus, dass die Finanzmärkte im Jahr 2019 durch sehr hohe Volatilität geprägt sein werden. Italien wird auch 2019 ein Belastungsfaktor für die Eurozone sein. Zudem dürfte der konjunkturelle Hochpunkt in den USA durchschritten sein. Das Umfeld für Risikoanlagen sollte somit vorerst angespannt bleiben. Bundesanleihen werden hingegen weiterhin profitieren. Aktives Management sollte 2019 daher Trumpf sein.

Ist Donald Trump Ende 2019 immer noch Präsident?

Rauch: Um einen US-Präsidenten seines Amtes zu entheben, sind große Hürden zu überwinden. Denkbar ist zwar, dass ein entsprechendes Verfahren vom Repräsentantenhaus in Gang gesetzt werden könnte – seit Januar haben hier schließlich die Demokraten die Mehrheit. Wenig wahrscheinlich ist hingegen, dass sich im republikanisch dominierten Senat eine Zwei-Drittel-Mehrheit findet, die Donald Trump des Vorwurfs der Bestechung, des Verrats oder anderer schwerer Verbrechen oder Fehlverhalten für schuldig befinden würde. Mit der Ablösung des bisherigen Justizministers Jeff Sessions durch Matthew Whitaker hat nun einer seiner Gefolgsmänner die Oberaufsicht über die Russlandermittlungen. Die von dieser Seite auf Trump ausgehende Bedrohung hat mithin abgenommen. Alles in allem sehen wir es daher als sehr wahrscheinlich an, dass Trump seine erste Amtszeit regulär zu Ende führen wird.

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